zur Navigation springen

Breitbandausbau : Mehr Geld für schnelles Internet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bund fördert Brandenburger Projekte

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Noch im vergangenen September klang die Bilanz ernüchternd. Da hatte Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) in einer zweiten Runde bundesweit Geld für den Breitbandausbau vergeben. Davon flossen aber lediglich elf Millionen Euro an den Landkreis Dahme-Spreewald. Sonst bekam Brandenburg nichts. Sachsen dagegen kassierte 208 Millionen, Mecklenburg-Vorpommern sogar 463 Millionen Euro. Insgesamt hatte der Bund 904 Millionen verteilt.

Dabei registrieren die Breitbandbeauftragten der Kommunen und Kammern einen großen Bedarf an schnellen Internetverbindungen. Betroffen sind auch Unternehmen: „Beim bisherigen Ausbau wurden mitunter Gewerbegebiete vergessen“, sagt Marco Albrecht, Technologieexperte bei der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Manche Firmen müssten teure Einzellösungen bei den Netzanbietern beauftragen. Albrecht kennt Fälle, bei denen für eine 4-MBit-Leitung monatliche Kosten von 300 Euro in Rechnung gestellt werden. Insgesamt habe sich die Situation aber gebessert. „Aus weißen Flecken sind graue Flecken geworden.“

Manche Unternehmen haben die Hoffnung auf einen Breitbandausbau fast aufgegeben. „Viele Landespolitiker und Wirtschaftsvertreter waren hier zu Besuch, aber es hat nichts gebracht“, sagt Bernd Enderling, Geschäftsführer des Betonwerks Milmersdorf (Uckermark). Die langsame Internetverbindung von 6 Mbit pro Sekunde sei ein Standortnachteil, da der Betrieb mit digitalen Konstruktionszeichnungen und Plänen arbeite.

Die Uckermark konnte nun aber gleich zweimal Geld einstreichen – einmal geht es um 14,76 Millionen Euro, einmal um 4,52 Millionen. Der Bund zahlt dabei eine 50-prozentige Förderung aus, das Land legt 40 Prozent. Den Rest teilen sich der Landkreis und die jeweiligen Kommunen.

Ostprignitz-Ruppin wurde mit 10,68 Millionen Euro, Oberhavel mit 10,27 Millionen, Oberspreewald-Lausitz mit 8,83 Millionen, Frankfurt (Oder) mit 4,37 Millionen und Elbe-Elster mit 3,83 Millionen bedacht.

Zuvor gab es in Brandenburg ein Förderprogramm für die langsamsten Gegenden mit einer Internetversorgung von bis zu 6 Mbit in der Sekunde. Damit stieg laut Landesregierung die Zahl der märkischen Haushalte mit mehr als 50 Mbit je Sekunde binnen drei Jahren von knapp 30 Prozent auf über 60 Prozent.

Beim Bund geht es dagegen um Gebiete mit Übertragungsgeschwindigkeiten von weniger als 30 Mbit je Sekunde.  
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen