Mehr Frauen Opfer häuslicher Gewalt

Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Brandenburg steigt weiter.
Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Brandenburg steigt weiter.

Oft sind nach Polizeiangaben Ehemänner, Freunde oder Ex-Freunde die Täter

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23. November 2019, 05:00 Uhr

Auch 2018 sind laut Brandenburger Polizei wieder mehr Frauen als Opfer von aggressiven Ehemännern, Freunden und Vätern registriert worden. Demnach zählte die Kriminalpolizei im Lagebild zur häuslichen Gewalt 3131 Frauen und Mädchen, die geschlagen, bedroht oder sexuell genötigt wurden, teilte die Polizei mit. Das waren 117 Opfer mehr als 2017. Bei 2140 der weiblichen Opfer war der Täter laut Statistik der Ehemann, Freund oder Ex-Freund.

Unter dem Begriff „häusliche Gewalt“ erfasst die Polizei vor allem körperliche Gewalttaten, aber auch sexuelle Übergriffe und psychische Gewalt gegenüber Menschen, die in enger persönlicher Beziehung zum Täter stehen - also auch Eltern, Kinder und Geschwister. Tatort kann die Wohnung, aber auch die Straße oder der Arbeitsplatz sein.

Laut dem Polizei-Lagebild stieg die Gesamtzahl der registrierten Opfer im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt 2018 um mehr als sechs Prozent (2018: 4258, 2017: 3997). Diese Opfer waren aber nicht nur Frauen: Rund ein Viertel waren männlich (1202). Dazu gehörten viele Jungen und männliche Jugendliche, die von Vätern oder Müttern geschlagen werden. Aber auch Männer, die von ihren Frauen drangsaliert wurden.

21 Frauenhäuser und Schutzwohnungen mit 287 Plätzen gibt es derzeit im Land. Die Istanbul-Konvention, die Deutschland 2017 unterzeichnete, setzt einen Mindeststandard von einem Familienplatz im Frauenhaus pro 10 000 Einwohner voraus. Nach der Berechnung benötigt Brandenburg 648 Betten. Mit dem Defizit von 361 Betten liegt das Land im unteren Mittelfeld, sagt Sylvia Haller von der Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser. Bundesweit fehlten 15 021 Betten.

Im Vorjahr nahmen die Frauenhäuser in Brandenburg 540 Frauen auf, zeigt die Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage. Hinzu kamen 690 Kinder. 2017 waren es 512 Frauen und 625 Kinder. Damals mussten 378 Frauen aus Platzmangel abgewiesen werden.

Auch aus Sicht des Netzwerks der Brandenburger Frauenhäuser genügt ist die Zahl der Plätze nicht. Um Frauen und Kinder verbindlich und nachhaltig zu schützen, bedarf es einer gesetzlichen Regelung zur Frauenhausfinanzierung mit einheitlichen Vorgaben zu Personalschlüssel, Qualifizierung und Einstufungen, so Vorstandsfrau Catrin Seeger. Derzeit werden die Häuser aus Landesmitteln, kommunalen Zuwendungen, unterschiedlich hohen Tagessätzen der betroffenen und Vereinsspenden finanziert.

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