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Brandenburg

24. Oktober 2017 | 00:49 Uhr

Mehr als 45 700 Betreute in der Mark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wenn Kranke und Behinderte Entscheidungen nicht mehr allein treffen können

Die Kosten der gesetzlichen Betreuung von Menschen mit einer Krankheit oder Behinderung haben sich in Brandenburg in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Sie stiegen von rund 23 Millionen Euro im Jahr 2006 auf mehr als 40 Millionen Euro im Vorjahr. Das geht aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hervor.

In Brandenburg gab es demnach Ende 2015 rund 45 770 Menschen, denen ein gerichtlich eingesetzter Betreuer zur Seite stand. Für 2016 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. Die seit 1992 geltende Unterstützung hat die Vormundschaft und sogenannte Gebrechlichkeitspflegeschaft abgelöst. Sie wird von einem Betreuungsgericht angeordnet, das bei einem Amtsgericht angesiedelt ist. Damit soll Menschen geholfen werden, die aus eigener Kraft keine persönlichen oder finanziellen Entscheidungen mehr treffen können.

Der Richter legt aber lediglich das Aufgabengebiet fest, für das der Betroffene Unterstützung benötigt. Eine allgemeine Hilfe für alle Lebensbereiche wird nicht verfügt.

Die rechtliche Hilfe können der Betroffene, Angehörige oder Betreuer anregen. Betreuer können neben Familienmitgliedern auch Mitarbeiter von Betreuungsbehörden, Betreuungsvereine oder Rechtsanwälte sein. Bundesweit leisten diese Hilfe in rund 70 Prozent der Fälle ehrenamtliche Betreuer, in der Mark ist das in lediglich etwa 40 Prozent der Fälle so.

Von 2005 bis 2012 war die Zahl der rechtlich betreuten Brandenburger laut Sozialministerium von 42 480 auf 48 610 gestiegen. Ein Jahr sank die Zahl und nimmt seither wieder zu. Die ehrenamtlichen Betreuungen hatten mit 24 700 Fällen Anfang 2007 den höchsten Stand.

Anfang des Vorjahres waren es nur noch 18 320. Derzeit gibt es 44 anerkannte märkische Betreuungsvereine mit knapp 2000 ehrenamtlichen Helfern. Im Koalitionsvertrag haben SPD und Linke im Land verabredet, ein Gesamtkonzept zu schaffen, um die Arbeit ehrenamtlicher Betreuer zu fördern. Nach Gesprächen mit Betreuungsvereinen, Wohlfahrts- und Kommunalverbänden sowie Berufsbetreuern folgen 2017 Treffen mit Betreuungsbehörden und -gerichten.  

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