Brandenburg : Medizinfakultät für Cottbus geplant

Massive Kritik an neuerlichem Vorhaben von Woidke zum Strukturwandel in der Lausitz

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26. April 2019, 05:00 Uhr

Potsdam | Soll das Land Brandenburg in Cottbus eine eigene medizinische Fakultät bekommen? Gestern bestätigte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), dass das Land in Berlin Gespräche führt, um in Cottbus zusammen mit der BTU, der Universität Potsdam und der in Neuruppin und Brandenburg (Havel) ansässigen, von kommunalen und christlichen Kliniken getragenen privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg eine Medizinerausbildung zu beginnen.

An den Standorten der MHB allerdings stießen die Pläne Woidkes gestern auf erhebliche Verärgerung. Man sehe „dringenden Gesprächsbedarf“, sagte der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD). Jedoch müsse sich die Landesregierung zu den Leistungen und der Zukunft der MHB bekennen. „Die vorgesehene Einbindung einer neu aufzubauenden Medizinischen Fakultät an der BTU Cottbus in das Lausitzpaket des Bundes auf der einen Seite verlangt, dass die bisher nur ideelle Landesunterstützung der kommunal getragenen MHB im ebenfalls strukturschwachen Nordwesten Brandenburgs in eine mindestens gleichartig nachhaltige und verlässliche Förderung und Finanzierung wie im Süden des Landes weiterentwickelt wird.“ Auch die Oberbürgermeister von Neuruppin und Brandenburg (Havel), Jens-Peter Golde und Steffen Scheller, kritisierten gestern die Pläne.

Eine Bestätigung des Bundes, die entsprechenden Kosten zu übernehmen, gibt es noch nicht, hieß es. Das Gesetz soll Anfang Mai vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Michael Schierack und Raik Nowka sprachen in einer gemeinsamen Erklärung ebenfalls von einem „Schnellschuss“: Die Pläne zum Medizinstudium in Cottbus seien „weder durch Gutachten begleitet, nicht durch Konzepte in der Region flankiert und vor allem nicht auf die bisherigen Investitionen in die Medizinische Hochschule Brandenburg und den Gesundheitscampus abgestimmt“. Damit würden Regionen im Land gegeneinander ausgespielt. „Wir wollen eine eigene medizinische Ausbildung, aber integriert in ein Gesamtkonzept!“, so die Abgeordneten.

Dagegen betonte Woidke, dass die MHB in die Planungen eingebunden werde. „Es soll alles ineinandergreifen im Interesse der medizinischen Versorgung der Bevölkerung“, sagte Woidke. „Dafür bauen wir eine vernetzte Struktur auf.“ Das Projekt werde nicht zum Nachteil der MHB in Neuruppin und Brandenburg sein.

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