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Brandenburg

20. November 2017 | 16:42 Uhr

Mautpflicht kaum noch zu umgehen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Prellerquote liegt in Brandenburg kontinuierlich bei unter einem Prozent

Lastwagenfahrer haben in Brandenburg wenig Möglichkeiten, mautpflichtige Routen zu umgehen. „Die Mautprellerquote liegt kontinuierlich bei unter einem Prozent“, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Für Spediteure ist es schwierig, auf Strecken auszuweichen, die von der Maut ausgenommen sind. „Möglichkeiten, den Mautkosten zu entgehen oder Alternativen zur Maut gibt es kaum“, bestätigt der Geschäftsführer des Verbands für Verkehr und Logistik Berlin-Brandenburg (VVL), Klaus-Dieter Martens.

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei es nicht realistisch, Umwege zu fahren oder kleinere Fahrzeuge einzusetzen. Zudem verweist Martens auf die Ausweitung des mautpflichtigen Streckennetzes im Land sowie die Einbeziehung von Fahrzeugen unter zwölf Tonnen im vergangenen Jahr.

Neben den Autobahnen galt seit Juli 2015 auch auf neun Bundesstraßen im Land die Maut für Lastwagen über zwölf Tonnen. Seit Oktober 2015 werden auch Laster ab einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen zur Kasse gebeten. Derzeit sind nach Auskunft der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) rund 101 Kilometer der Bundesstraßen und 760 Kilometer der Autobahnen in Brandenburg mautpflichtig.

Die im vergangenen Jahr eingeführte bundesweite Maut-Erweiterung soll nach Aussage des Verkehrsministeriums rund 380 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr einbringen. Die Einnahmen fließen komplett in den Verkehrshaushalt und werden für die Verbesserung der Bundesfernstraßen-Infrastruktur eingesetzt. Mehreinnahmen von bis zu zwei Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte erwartet das Ministerium bei der Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ab Mitte 2018. Das mautpflichtige Straßennetz solle dann von 12  800 Kilometern Bundesautobahnen und 2300 Kilometern Bundesstraßen auf 40  000 Kilometer Bundesstraßen ausgeweitet werden.

Dem VVL ist jedoch eines wichtig: „Aus Sicht des Gewerbes ist es wichtig, dass hier dann einheitliche Mautsätze festgesetzt werden“, betont Martens. Eine Unterscheidung der Sätze zwischen Autobahn und Bundesstraße würde die regionale Wirtschaft wohl stärker belasten und Standortfragen beeinflussen. Gleichzeitig fordert er, dass Mauteinnahmen nur für die Verkehrsinfrastruktur eingesetzt werden müssen.

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