Potsdamer Landtag : Matthias Platzeck macht es richtig

Matthias Platzeck stellte seit seinem Rücktritt keine Kleinen Anfragen, war so gut wie nie im Landtagsplenum und beteiligte sich auch nicht an den Fragestunden. Stattdessen übernahm er die Schirmherrschaft der Brandenburger Stiftung für Familien in Not.

svz.de von
11. Dezember 2013, 00:37 Uhr

Wer mit aufmerksamen Augen durch den Potsdamer Landtag ging, konnte es merken: Mit dem Amt des einfachen Landtagsabgeordneten konnte sich der ehemalige Ministerpräsident nicht mehr anfreunden. Matthias Platzeck stellte seit seinem Rücktritt keine Kleinen Anfragen, war so gut wie nie im Landtagsplenum und beteiligte sich auch nicht an den Fragestunden. Stattdessen übernahm er als „Elder Statesman“ die Schirmherrschaft der Brandenburger Stiftung für Familien in Not.

Dass der Uckermärker Landtagsabgeordnete Platzeck nun ankündigt, 2014 nicht mehr für das Landesparlament zu kandidieren, ist deswegen nur folgerichtig. Was hätte er auch im Landtag machen sollen? Als Mitglied irgendeines Ausschusses Entscheidungen hinterfragen, an deren Zustandekommen er am Ende selbst beteiligt war? Dass ein ehemaliger Minister, wie Alwin Ziel (SPD), als Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses ein wichtiges Amt im Landtag übernimmt und dieses dann auch noch höchst respektabel ausführt, ist im Potsdamer Politikbetrieb eher die Ausnahme.

Gerade angesichts des BER-Debakels wäre Platzeck immer in der Schusslinie. Tag für Tag würde er Gefahr laufen, sich den eigenen Ruf zu ruinieren. Das hat schon die Debatte um den Dienstwagen und den für Platzeck freigestellten Mitarbeiter der Staatskanzlei gezeigt, die in Wahlkampfzeiten mehr als nur Geschmäckle hatten. „Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen“, sagt der Volksmund, und „Alles hat seine Zeit“ die Bibel. Matthias Platzeck macht es richtig, wenn er diese Weisheiten nun befolgt, und den politischen Alltagsbetrieb verlässt.

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