Märkische Lehrer stellten zum Teil unlösbare Aufgaben : Mathe-Abitur wird zum Skandal

Viele Brandenburger Abiturienten müssen die Mathe-Prüfung nochmals schreiben.
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Viele Brandenburger Abiturienten müssen die Mathe-Prüfung nochmals schreiben.

Problematische Aufgabe zur Logarithmusfunktion wurde am Landesschulinstitut entwickelt und von drei Fachgremien getestet

svz.de von
18. Mai 2017, 05:00 Uhr

Eine Fragerunde während der gestrigen Landtagssitzung hat neue Details zum Skandal um Brandenburgs Mathe-Abi ans Licht gebracht. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) räumte auf CDU-Anfrage ein, dass sich neben Schülern und Eltern auch Lehrer beschwert hätten, dass in der Abi-Klausur Dinge Thema waren, die vielerorts nicht im Unterricht behandelt worden sind.

Unklar sei ihm, wie es dazu kommen konnte, denn am Landesschulinstitut hätten märkische Lehrer jene Aufgaben entwickelt. „Insgesamt haben sich das vorher drei Fachgremien angeschaut“, betonte der Minister. „Dass Brandenburger Lehrer jene Aufgabe zu den Logarithmusfunktionen schreiben und testen, auf der anderen Seite aber märkische Lehrer sagen, dass diese Aufgabe für die Schüler nicht machbar war, verstehe ich nicht.“

Bis zum 2. Juni sollen auf Initiative Baaskes zwei Professoren der Uni Potsdam den Widerspruch aufklären. Die Experten sollen ferner auch Grundsätzliches untersuchen, ob nämlich Brandenburgs Rahmenlehrplan den Vorgaben der Kultusministerkonferenz entspricht und ob den Schülern womöglich mit Blick auf die Prüfungsergebnisse ein Nachteil dadurch entstand, dass sie nur vier Wochenstunden Mathe hatten statt fünf wie in anderen Ländern.

Letzteres ist brisant, haben doch Schüler und Lehrer genau diesen Vorwurf erhoben. Was daraus folgen würde, wenn die Experten am 2. Juni ebenfalls zu diesem Schluss kommen sollten, ließ der Minister offen. Problematisch dürfte sein, dass die Schüler bis zum 22. Mai erklären sollen, ob sie die Prüfung wie vom Ministerium angeboten nachschreiben wollen. Sie wissen bis zu dem Zeitpunkt nicht, zu welchem Votum die Professoren kommen.

Der CDU-Abgeordnete Gordon Hoffmann berichtete, verzweifelte Schüler hätten sich bei ihm beschwert, der fragliche Stoff zu den Logarithmusfunktionen sei bei ihnen nicht oder nur unzureichend behandelt worden, die Schule habe aber gegenüber dem Ministerium etwas anderes erklärt. In der Konsequenz werde den Jugendlichen die Chance auf eine Wiederholung verweigert.

Auch bei dieser Zeitung hatten sich Eltern mit dieser Beschwerde gemeldet. Hoffmann kritisierte, dass die Schulen trotz ungeklärter Schuldfrage quasi genötigt worden seien, eine Selbstanzeige zu stellen, dass sie nämlich den Stoff nicht behandelt haben. „Ich habe Zweifel, ob das ein faires, transparentes und rechtssicheres Verfahren ist“, so der CDU-Abgeordnete. 

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