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Protest im Oderbruch : Mastanlage erhitzt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Tierschützer machen mobil gegen die plante Hähnchenmast mit gut 73 000 Tieren der Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH.

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Tierschützer haben am Dienstag im Oderbruch in Golzow (Märkisch-Oderland) gegen eine geplante Hähnchenmast mit 73 390 Tieren protestiert. Die Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH der Odega-Gruppe will eine ehemalige Milchkuhanlage in Sachsendorf umbauen und nach dem Fairmast-Modell Hähnchenfleisch produzieren. Ein Firmensprecher erklärte am Rande eines Erörterungstermins des Landesumweltamtes in Golzow, dass die Mastzeit von knapp 40 auf 56 Tage ausgedehnt werde. Für die Hähnchen gebe es zudem Auslauf in Wintergärten, wo sie sich frei bewegen könnten. „Das Futter kommt außerdem zu 80 Prozent aus der Region“, erklärte Ulrich Strätker, der die Odega-Gruppe berät. Geschlachtet werden sollen die Tiere in Storkow, vermarktet in Berlin. Das sei ein regionaler Kreislauf.

„Mit Fairness haben auch diese Bedingungen nichts zu tun. Immer noch drängen sich elf Hühner auf einem Quadratmeter“, erklärte Sandra Franz vom Bündnis Tierfabriken-Widerstand. Sie wolle alles dafür tun, dass die Hähnchenmast als Referenzbetrieb der „Fairmast“ in Ostbrandenburg verhindert wird.

Dieses Mastverfahren unterscheide sich nicht von der üblichen konventionellen Landwirtschaft, mahnte Ökobauer Jan Sommer. „Es bleibt dabei, dass sich Tausende Hähnchen in einem Stall drängen.“ Sachsendorf ist laut Sommer für die Firma ein Test, denn auch in Golzow soll eine Anlage in ähnlicher Größenordnung entstehen. Zudem will die Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH nebenan in Reitwein eine Putenmast mit knapp 15 000 Tieren aufbauen.

Die Geflügelmast sei in Zeiten niedriger Milchpreise eine Alternative für Landwirte, sagte Brandenburgs Bauernpräsident Henrik Wendorff. Wenn sie das Futter für ihre Tiere selbst anbauten, sei das auch in Ordnung. Generell sei Geflügelfleisch aktuell stark nachgefragt. Für Golzows Bürgermeister Frank Schütz geht es auch um den Erhalt landwirtschaftlicher Arbeitsplätze. Immer mehr Landwirte aus der Region stellten wegen der Milchpreisentwicklung die Produktion ein.

Sachsendorfs Ortsvorsteherin Beate Frey gehört zu den 84 Menschen, die beim Landesumweltamt Bedenken gegen die Hähnchenmast eingewendet haben. Massentierhaltung in Zeiten von Geflügelpest gehe überhaupt nicht.

Die Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH will in Sachsendorf Ende 2017 in die Produktion einsteigen. Sie hofft deshalb auf eine schnelle Genehmigung durch das Landesumweltamt.

 

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