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Brandenburg

25. September 2017 | 21:00 Uhr

Märkische Straßen sind gefährlich

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verkehrsunfallbilanz: Mehr Unfälle, mehr Raser – und immer noch zu viele Tote

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Fast nirgendwo in Deutschland ist das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, so hoch wie in Brandenburg. Je eine Million Einwohner starben im Vorjahr 49 Menschen auf den märkischen Straßen und Alleen. Im Bundesdurchschnitt waren es lediglich 41 Verkehrstote je einer Million Einwohner. Das gab Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) gestern bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2016 in Potsdam bekannt.

Im letzten Jahr ging die Zahl der Unfalltoten von 179 ein Jahr zuvor auf 121 zurück, so wenig wie nie zuvor. „Es besteht die Chance, dass Brandenburg die rote Laterne im Ranking der Bundesländer abgeben kann“, sagte Schröter. Mehr aber auch nicht - denn auch in den meisten übrigen Ländern, von denen derzeit nur die Zahlen der ersten elf Monate von 2016 zum Vergleich vorliegen, sank die Zahl der Unfalltoten. Weswegen auch das Ministerium nur mit einem Platz im letzten Drittel der Statistik rechnet.

Denn auf märkischen Straßen geht es weiter rüde zu: Die Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße stieg um sieben Prozent auf 1,54 Millionen, die Zahl der Fahrer, die unter Drogeneinfluss am Lenkrad ertappt wurden, stieg gar um 24 Prozent, also fast ein Viertel, auf 1440. Auch die Unfallzahlen stiegen: Von 80 978 im Jahr 2015 auf 82 407 im Jahr 2016.

„Das ist eine Bilanz, die keine Freude macht“, so Schröter. „Wir können nicht hinnehmen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle seit drei Jahren immer weiter wächst.“ Die überwiegende Ursache für die Unfälle sei die Nicht-Beachtung der Verkehrsregeln. Ein Drittel der Verkehrstoten gehe auf Raserei zurück. „Die Polizei muss die Bekämpfung der Unfallursachen in den Mittelpunkt der Verkehrsüberwachung stellen“, sagte Schröter.

Daher kündigte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke eine flächendeckende Geschwindigkeitsüberwachung und die Fortsetzung des Blitzermarathons an. Einen Schwerpunkt werden Kontrollen von Lkw bilden. Denn im Vergleich zu 2015 gab es in Brandenburg rund 400 Verkehrsunfälle mehr unter Beteiligung von Lkw-Fahrern. Und bei Lkw-Unfällen seien in zwei Dritteln der Fälle die Brummifahrer schuld.

Das raue Klima auf den Straßen ließ zudem die Bußgeldeinnahmen von 43,2 Millionen Euro auf 48,6 Millionen Euro steigen. Da überrascht es nicht, dass Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) die Präventionsarbeit erneut verstärken will.  

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