Landesarchiv Brandeburg : Märkische NS-Akten ins Internet

Die Akte zum Verkauf von Albert Einsteins Segelboot aus dem Landeshauptarchiv
Die Akte zum Verkauf von Albert Einsteins Segelboot aus dem Landeshauptarchiv

Als Einsteins Segelboot beschlagnahmt wurde... – Kooperation vom Landesarchiv und Holocaust Memorial Museum in Washington

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18. Januar 2018, 05:00 Uhr

Albert Einstein hatte einst ein Segelboot. Es lag an der Havel, in Caputh, wo er seit 1929 ein Haus besaß. Doch Albert Einstein war bekanntlich Jude. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung gab er 1933 seinen Pass zurück und emigrierte in die USA. Und das Segelboot des weltberühmten Physikers wurde von den Machthabern beschlagnahmt und verkauft. In den Akten ist zu lesen, dass das Regierungspräsidium Potsdam unbedingt sicherstellen wollte, dass der Käufer das Boot nicht an „staatsfeindliche Organisationen“ übergeben sollte.

Die Akten über den Zwangsverkauf des Segelbootes lagern heute im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam. Bald schon können sie auch von den Nutzern des Washingtoner „US Holocaust Memorial Museum“ eingesehen werden. Denn die Dokumente sind Teil einer Zusammenarbeit, die bereits im Juni 2017 gestartet, aber erst gestern in Potsdam der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Experten des amerikanischen Museums digitalisieren etwa 300 000 Seiten Archivgut aus dem Bestand des Potsdamer Archivs und stellen diese ihren Benutzern zur Verfügung. Die Kosten dafür trägt das US-Museum. Bislang stehen die Suchkataloge des Landeshauptarchivs zwar schon im Internet zur Verfügung, nicht aber die Dokumente selbst. Diese lagern in Papierform oder als Mikrofilme im Archiv in Potsdam-Golm.

Die Originale verbleiben nach der Digitalisierung in Potsdam und das Landeshauptarchiv erhält einen Satz digitalisierter Archivalien, so dass hiesige Forscher statt mit staubigen Akten im Lesesaal bequem am Schreibtisch arbeiten können.

Wie Bildungsministerin Martina Münch (SPD) gestern in Potsdam erklärte, sei die Kooperation zur Aufarbeitung des Holocaust vor dem Hintergrund der Zunahme von Hass und Populismus in Europa heute wichtiger denn je. „Sie bestärkt uns als Landesregierung darin, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten und sich engagiert für Demokratie, Rechtsstaatlichlichkeit, Pluralismus und Freiheit einzusetzen.“,

Der Direktor des jährlich von 1,7 Millionen Menschen besuchten Washingtoner Museums, Radu Ioanid, dessen Forschungen ausschließlich durch private Spenden finanziert werden, hob die gute Zusammenarbeit mit dem Landeshauptarchiv hervor. „Archivalische Beweise sind wichtige Quellen, um der Holocaustleugnung und anderen Ideologien, die auch in der digitalen Welt zunehmen, zu begegnen.“ Die politische Entwicklung in Deutschland und den USA sei derzeit so, dass dieses Thema eine immer größere politische Bedeutung erhalte.


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