Nach dem Abgang von Annegret Kramp-Karrenbauer : Märkische CDU überrascht

Landesvorsitzender  Michael Stübgen.
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Landesvorsitzender Michael Stübgen.

Parteispitze äußert Respekt für Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer

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11. Februar 2020, 05:00 Uhr

Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender und Innenminister Michael Stübgen hat den Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer „mit Respekt zur Kenntnis“ genommen. Er habe mit ihr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. „Ich persönlich war überrascht, aber ich respektiere die Entscheidung von Annegret Kramp-Karrenbauer.“ Auf die Frage, ob nun ein Richtungskampf in der CDU beginne, erklärte Stübgen gestern in Potsdam: „Ich glaube nicht, dass dieser Richtungskampf jetzt losgeht, mindestens, wenn wir als CDU noch alle Sinne beieinander haben.“

Die CDU sei eine große Volkspartei, in der es unterschiedliche Auffassungen zu bestimmten politischen Themen gebe. In den letzten 70 Jahren habe man es geschafft, trotzdem einheitlich auftreten zu können, so Stübgen.

Zum Umgang mit der AfD erklärte der CDU-Politiker, dass sich der Landesverband „selbstverständlich“ an die Beschlüsse des Bundesvorstands halte. „Wir haben auf unserem letzten Landesparteitag einstimmig noch einmal die Unvereinbarkeit mit der AfD zu beschlossen“, sagte Stübgen. Selbst kenne er unter den 7000 Brandenburger CDU-Mitglieder niemanden, der eine Zusammenarbeit mit der AfD wünsche.

Der Prignitzer Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der Landes-CDU, Gordon Hoffmann, erklärte, man habe „die Entscheidung von Annegret Kramp-Karrenbauer mit Respekt zur Kenntnis genommen.“ Als Ministerpräsidentin des Saarlandes habe sie sich in schwierigen Zeiten dafür entschieden, sich in den Dienst der CDU zu stellen. „Dafür gebührt ihr unser Dank“, so Hoffmann. „ Es gilt jetzt, Besonnenheit zu wahren und in einem geordneten Verfahren die Union für die nächsten Jahre gut aufzustellen.“

Der zum konservativen Spektrum der Landespartei zählende Landtagsabgeordnete Frank Bommert nannte Kramp-Karrenbauers Rücktritt nach dem Auftreten in Thüringen dagegen „unumgänglich“. Wer sollte aus seiner Sicht Nachfolger werden? „Es ist kein Geheimnis, dass Friedrich Merz mein Wunschkandidat wäre“, so Bommert. „Er könnte die nötige Ruhe bringen und das Profil der CDU wieder etwas schärfen.“ Dies sei dringend nötig, wenn sich die Partei gegen die AfD behaupten wolle. „Es geht darum, dass die Stimmen, die die AfD geholt hat, wieder bei uns landen“, sagte Bommert. „Eine scharfe Abgrenzung nach rechts ist für die CDU ebenso nötig, wie nach links.“

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