Brandenburg : Märkische Bauern mit Verlusternte

Die Brandenburger Getreideernte läuft enttäuschend

svz.de von
19. August 2016, 13:32 Uhr

Geringere Mengen und niedrige Preise: Die Ernte bringt Brandenburgs Bauern erhebliche Einnahmeverluste. Allein bei Weizen, Roggen, Gerste und Raps gebe es im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 111 Millionen Euro, sagte der Präsident des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, gestern in Steinhöfel (Oder-Spree). Im Vorjahr seien die Erzeugerpreise noch bis zu 15 Prozent höher gewesen.

„Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, sind ohne Zweifel Existenzen bedroht“, so Wendorff. Durch schlechtes Wetter im Frühjahr kann die Ernte in der Mark erst in sechs bis zehn Tagen beendet werden. Auch häufiger Regen im Juni machte den Bauern zu schaffen.

„Katastrophal“ seien die Erträge beim Raps eingebrochen, sagte der Bauernpräsident. Mit 356 000 Tonnen liege die Rapsernte 107 000 Tonnen unter dem Vorjahr. Pro Hektar sei fast eine Tonne weniger geerntet worden. Für alle Brandenburger Bauern zusammengerechnet betrage der Einnahmeverlust beim Raps 46 Millionen Euro. Gründe waren Trockenheit im Frühjahr und Befall der Pflanzen durch Schädlinge wie Rapsfloh und Kohlfliege.

Beim Weizen betrug der Einnahme-Rückgang der märkischen Betriebe gegenüber 2015 rund 35 Millionen Euro, bei Gerste 22 Millionen Euro. Die Einbußen beim Roggen betragen rund acht Millionen Euro. Wendorff bezifferte den durchschnittlichen Gewinnverlust pro Betrieb auf rund 30 000 Euro – im Vergleich zum Vorjahr.

Auch beim ökologischen Landbau liegt die Getreideernte deutlich unter dem Vorjahr. Beim Winterroggen rutscht der Ertrag pro Hektar erstmals seit Jahren wieder unter die Zwei-Tonnen-Grenze. Neben der schlechten Witterung habe eine starke Unkrautbildung nach den Niederschlägen im Herbst die Erträge deutlich gemindert. 

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