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Brandschutzübung : Mädchen traumatisiert: Vorwürfe gegen Schule

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandschutzübung sei ohne Vorbereitung der Kinder durchgeführt worden / Schulamt will den Vorfall prüfen

Schwere Vorwürfe hat der Vater einer Schülerin der Drei-Seen-Grundschule Fürstenberg (Oberhavel) erhoben. Wegen einer Brandschutzübung der städtischen freiwilligen Feuerwehr in der Schule am 4. September 2013 sei das Kind bis heute schwer traumatisiert.

Verantwortlich dafür soll vor allem die Schulleiterin sein, sagte der Vater, Michael Groß, auf einer dafür eingerichteten Internetseite. Einer seiner Hauptvorwürfe: Kommune und Schule hätten wegen einer Feuerwehrübung die Traumatisierung des Kindes billigend in Kauf genommen. Denn die Mädchen und Jungen in der Klasse seiner Tochter hätten ohne Vorbereitung durch die Lehrer und ohne deren Begleitung durch mit Rauch gefüllte Flure laufen müssen. Seine Tochter habe tiefe Angst empfunden, weil sie sich nicht habe orientieren können. „Für sie war die Wahrnehmung, dass etwas sehr Schlimmes auf dem Weg war“, sagt Michael Groß, dessen Tochter bis heute immer wieder aus Angst die Schule nicht betreten kann. Er wisse, dass auch andere Kinder nach der Übung in Tränen ausgebrochen seien. Zudem gebe es an der Schule keine Brandschutzordnung, so ein weiterer Kritikpunkt.

Vorigen Donnerstag hatte Michael Groß genug von seinen Versuchen, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Er ging mit einer Internetseite online. Detailliert vollzieht er dort unter der Überschrift „Albtraum Grundschule Fürstenberg“ das aus seiner Sicht umfassende Versagen von Schule, Feuerwehr, Schul- und Stadtverwaltung nach. Groß betont immer wieder, dass es nicht nur um Folgen der Brandschutzübung geht, sondern auch darum, dass die Schule nicht bereit sei anzuerkennen, dass seine zehnjährige Tochter Schaden genommen habe.

Mit den Vorwürfen setzte sich am Montag das auf die Prignitz zuständige Staatliche Schulamt Neuruppin auseinander, erklärte der Leiter der Behörde, Karlheinz Kowalzik. Bevor die Öffentlichkeit über eine Entscheidung informiert wird, werde man mit der Schulleiterin sprechen, versicherte er. Diese wollte sich nicht äußern. Kreisbrandmeister Frank Kliem zeigte sich überrascht von der scharfen Kritik der Eltern. „Ich halte sie für unangemessen.“ Die Übung war von der Feuerwehr nach seinen Worten auf Anregung der Schule organisiert worden – „möglichst realitätsnah“. Derartige Übungen seien üblich, wobei der Schwerpunkt in Fürstenberg auf der praktischen Erprobung einer Evakuierung der Schule gelegen habe. Aus seiner langen Dienstzeit sei ihm kein weiterer Fall der Traumatisierung eines Kindes bekannt. Die Verwaltungsvorschrift für den Schulbetrieb in Brandenburg erlaubt grundsätzlich derartige Übungen.

Der Leiter der Familienberatungsstelle Vehlefanz, Peter S. Dietrich, sieht das als grundsätzlich problematisch an. Es gebe passendere Orte für eine realistische Feuerwehrübung, bei der nicht nur eine starke Rauchentwicklung simuliert wird, sondern auch Verletzungen.

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