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Brandenburg

11. Dezember 2017 | 16:10 Uhr

Brandenburg : Lockruf für Investoren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

84 Unternehmen siedelten sich 2015 in Brandenburg an – die Hälfte aus der Industrie / Zukunftsagentur investierte 260 Millionen Euro

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) rollt Investoren den roten Teppich aus. Insgesamt 84 Ansiedlungen konnten die Wirtschaftsförderer im vergangenen Jahr verbuchen – die Hälfte in der Industrie. Entsprechend positiv fiel gestern die Jahresbilanz aus.

In der ehemaligen Reithalle im Bornstedter Feld wird noch Baustaub aufgewirbelt, bald jedoch sollen dort Maschinen stehen. Christoph Miethke schwärmt von den künftigen Arbeitsbedingungen – Produktion und Labore sind künftig Tür an Tür. 7,9 Millionen Euro investiert der Potsdamer Unternehmer, der neurochirurgische Implantate herstellt. Die winzigen Katheter helfen Menschen, die unter der Wasserkopf-Krankheit leiden. Im vergangenen Jahr erzielte das weltweit tätige Unternehmen einen Umsatz von 14 Millionen Euro. Doch der bisherige Firmensitz an der Garde-Ulanen-Kaserne platzt aus allen Nähten. Angesichts der weiter gestiegenen Grundstückspreise in Potsdam habe er sich die Investition zweimal überlegen müssen, sagt Miethke. „Aber für uns war klar, dass wir hier bleiben möchten.“ Als Entscheidungshilfe diente eine Förderung: 1,6 Millionen Euro steuert das Land bei.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) nimmt die Worte wohlwollend zur Kenntnis, schließlich sind neue Arbeitsplätze in der High-Tech-Branche politischer Goldstaub. Überhaupt konnte der Ressortchef gestern eine gute Bilanz der Wirtschaftsförderung vortragen. Jeder zweite neue Job wurde 2015 in der Industrie geschaffen. „Der Kurs zahlt sich in Wachstum und Beschäftigung aus“, so Gerber.

Auch ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt zieht ein positives Fazit. 3075 Arbeitsplätze (2014: 3032) entstanden durch Projekte, die von der Zukunftsagentur betreut wurden. Insgesamt wurden 260 Millionen Euro investiert. Neben 84 Neuansiedlungen unterstützte die Agentur auch 221 Innovationsvorhaben sowie 46 Existenzgründungen. Schwerpunkte bilden neben der Industrie die Informations- und Kommunikationsbranche sowie die Logistik. Um Investoren anzulocken, seien die Aktivitäten im Ausland verstärkt worden, berichtet Kammradt. So werde in der Schweiz derzeit intensiv geworben.

Aber auch die Suche nach Fachkräften steht im Fokus: „Der Bedarf ist riesig“, sagt Kammradt. Über 3700 Unternehmer seien dazu 2015 beraten worden. Ein Internetportal für Fachkräfte wurde von 150 000 Nutzern besucht. Zudem wurde eine App entwickelt. Wie sehr mittlerweile ausländische Firmen im Land verankert sind, zeigt aus seiner Sicht das Beispiel des polnischen Autozulieferers Boryszew in Prenzlau. „Die Firma ist auch nach einem verheerenden Brand in der Uckermark geblieben und hat neu investiert“, sagt er. „Die Arbeitskräfte vor Ort sind das größte Kapital.“

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