Teilstück vom Finowkanal fertig : „Langer Trödel“ wieder schiffbar

Premiere: Diese jungen Frauen gehörten zu den ersten, die mit ihrem Boot die neue Schleuse passieren konnten. Insgesamt hat das ehrgeizige Projekt fast 16 Millionen Euro gekostet.
Premiere: Diese jungen Frauen gehörten zu den ersten, die mit ihrem Boot die neue Schleuse passieren konnten. Insgesamt hat das ehrgeizige Projekt fast 16 Millionen Euro gekostet.

Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit nun freie Fahrt auf dem Finowkanal zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse.

svz.de von
18. Juni 2016, 05:00 Uhr

Der Finowkanal ist wieder in seiner gesamten Länge für Sport- und Freizeitboote befahrbar: Der „Lange Trödel“, ein zehn Kilometer langes Teilstück zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse, wurde am Donnerstag freigegeben.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wassertourismus-Initiative Nordbrandenburg (Win AG) ist damit dem Ziel, ein länderübergreifendes Wasserstraßenrevier mit einer Gesamtlänge von mehr als 345 Kilometer Länge zu schaffen, einen großen Schritt näher gekommen. Es soll künftig von der „Oberen-Havel-Wasserstraße“ über die „Rheinsberger Gewässer“ bis zur Mecklenburger Seenplatte reichen. Der Arbeitsgemeinschaft gehören die Landkreise Barnim, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin sowie die Städte und Gemeinden Eberswalde, Liebenwalde, Neuruppin, Oranienburg, Templin und Wandlitz an.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sprach vor rund 300 Gästen von einem „schönen Tag“ für die Region. „In der Verknüpfung von Wasser- und Fahrradtourismus mit historischen Stadtkernen liegt ein erhebliches touristisches Potenzial“, betonte der Ressortchef. Gerber wies darauf hin, dass der Finowkanal schon mehr als 250 Jahre ein wichtiger Standortfaktor sei. Damals siedelten sich vor allem Metallbetriebe am Wasser an, heute seien es Touristen, die Entspannung und Ruhe suchen. „Das schafft auch Jobs in der Gastronomie, im Handwerk und in weiteren Bereichen“, so der Minister.

Der Vorsitzende der Win AG und Barnimer Landrat Bodo Ihrke erinnerte daran, dass es erste Pläne für das Projekt bereits 2003 gab. „Die Schwierigkeit bei der Umsetzung war, dass viele Partner zusammenarbeiten mussten“, so der SPD-Politiker. Sein Amtskollege aus dem Landkreis Oberhavel, Ludger Weskamp, ergänzte: „Wir haben gezeigt, dass Großprojekte machbar sind.“

Von einem „neuen Kapitel in der Geschichte von Zerpenschleuse“, sprach die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant. Sie lud die Einwohner ein, die Chancen zu nutzen, die die Eröffnung des „Langen Trödel“ mit sich bringe. Er werde mehr Leben und Aktivität nach Zerpenschleuse bringen. „Die Arbeit an dem gemeinsamen Projekt über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg hat gut funktioniert“, so die Kommunalpolitikerin. In zweieinhalbjähriger Bauzeit waren zwischen Liebenwalde und dem Oder-Havel-Kanal bei Zerpenschleuse eine Schleusenanlage mit Wehr und Zufahrtsbereichen, Anlegestellen, eine Slipanlage sowie Einstiegshilfen für Wasserwanderer errichtet worden. Darüber hinaus fanden Kanalbauarbeiten statt und erfolgten Umweltausgleichsmaßnahmen. Kommunale Partner waren die Landkreise Barnim und Oberhavel, die Stadt Liebenwalde und die Gemeinde Wandlitz. Als Vorhabenträger fungierte der Wasser- und Bodenverband „Schnelle Havel“. Das Projekt hat nach Angaben des Wirtschaftsministeriums insgesamt 15,6 Millionen Euro gekostet. Es wurde durch das Land mit elf Millionen Euro gefördert. Zu den künftigen Projekten der Win AG gehören der Ausbau der „Oranienburger Havel“ und der „Ruppiner Gewässer“ mit dem Neubau der Schleuse Friedensthal und der Sanierung der Kanalseitendämme am Ruppiner Kanal. Für die „Ruppiner Gewässer“ soll ein Masterplan „Wassertourismus“ erarbeitet werden.

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