Kühe entlaufen in Nassenheide : Landwirt will Tiere abschießen

Seit vier Wochen lassen sich fünf Rinder nicht einfangen / Landwirt erwartet Genehmigung zum Abschuss
Kühe auf der Flucht

Seit vier Wochen sind fünf Rinder auf der Flucht. Sie lassen sich nicht einfangen.

svz.de von
05. Oktober 2018, 16:59 Uhr

Fünf Kühe, zwei Muttertiere und drei stattliche Kälber, sorgen in Nassenheider seit  Wochen für Aufregung. Doch Landwirt Andreas Völker aus Grüneberg, dem die Tiere gehören, gelingt es nicht, sie wieder einzufangen. Jetzt wird er sie wohl abschießen dürfen.

Weil die Kühe mittlerweile stark verwildert sind und der Landwirt nicht riskieren möchte, dass sie doch noch Schaden anrichten, hat er in seiner Not eine Abschussgenehmigung beantragt. Das war am Montag,  24. September. Nach Klärung letzter Fragen, werde die Genehmigung voraussichtlich in der kommenden Woche erteilt, informierte gestern auf Nachfrage Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Die Entscheidung hatte sich hingezogen, weil nicht nur eine, sondern viele Behörden an dem Genehmigungsverfahren beteiligt sind. Involviert sind unter anderem das Veterinäramt des Kreises Oberhavel, die Untere Jagdbehörde und die Revierförsterei Nassenheide. Denn den Wald und die Felder rund um Nassenheide haben sich die Tiere als ihr Revier ausgesucht.

Ausgebüxt waren die Kühe, als Völker sie in der Nacht zum 1. September auf eine neue Weide umsetzen wollte. „Sie ließen sich nicht auf den Wagen treiben, haben den Absperrzaun umgetreten und sind einfach in der Nacht verschwunden“, so der Landwirt.

Die Tiere einzufangen gestaltet sich insofern schwierig, da sie sich tagsüber in den Wald zurückziehen. „Das Gebiet ist zu groß, um dort nach den Kühen zu suchen“, so Völker. Dass  die Tiere in unregelmäßigen Abständen immer wieder in und um Nassenheide gesichtet werden, bestätigt auch  Dörte Röhrs. Sechs Einträge sind im Bericht des vergangenen Monat zu finden. Doch sofern von den Tieren keine Gefahr für den Straßenverkehr ausgeht, informieren die Beamten nur den Besitzer. „Bis ich aus Grünberg in Nassenheide bin, sind die Tiere aber  meist schon wieder weg.“ Allein für diese Sichtungsfahrten sind bei Völker mittlerweile 2000 Kilometer zusammengekommen.

Die Tiere töten, das tut ihm in der Seele leid, wie Völker sagt. „Doch schlimmer ist es, wenn sie sich tatsächlich einmal auf die Straße verirren und einen Unfall verursachen“,  begründet er seinen Antrag. Die Hoffnung, wenigsten  die Jungtiere noch zu retten und wieder einfangen zu können, hat Völker noch nicht aufgegeben, wie er sagt.

Die Waffenbehörde der Polizei ist sozusagen die letzte Instanz, um die Kühe zur Stecke zu bringen. Denn dabei muss sichergestellt werden, dass kein Mensch zu Schaden kommt und das Tier durch einen Schuss niedergestreckt wird. Letztes ist eine Forderungen, die sich aus den tierrechtlichen Bestimmungen ableitet.

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