Brandenburg : Landtag als offenes Haus

Zwei Frauen in niedersorbischer Tracht schauen den Plenarsaal des Landtages an.
Zwei Frauen in niedersorbischer Tracht schauen den Plenarsaal des Landtages an.

Landtagspräsidentin Stark konnte zwar den 700 000. Besucher begrüßen – doch insgesamt war das Interesse verhalten

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08. April 2019, 09:27 Uhr

Zu einem Tag der Offenen Tür anlässlich des fünfjährigen Bestehens des neuen Brandenburger Landtags sind rund 3500 Bürger in das Potsdamer Stadtschloss gekommen. Landtagspräsidentin Britta Stark begrüßte die ersten rund 100 Gäste am Sonnabend vor dem Fortunaportal mit Handschlag.

„Wir sind ja jeden Tag ein offenes Haus, und heute haben die Gäste die Möglichkeit, durch alle Räume zu bummeln und sich mit den Abgeordneten zu unterhalten“, sagte die SPD-Politikerin. Trotz einer Knieverletzung hieß die 55-Jährige auf Krücken gemeinsam mit Vertretern der Fraktionen die Besucher willkommen.

Mit 3500 Gästen blieb das Interesse der Bürger allerdings deutlich unter den Erwartungen der Landtagsverwaltung. Die Organisatoren hatten auf einen ähnlichen Zuspruch wie vor zwei Jahren gehofft, als rund 5000 Besucher zum Tag der Offenen Tür gekommen waren.

Ganz vorne in der Reihe standen Hans-Jürgen und Christel Müller, die bereits am frühen Morgen aus Rathenow (Havelland) aufgebrochen waren. „Wir waren schon zum Aufbau des Fortunaportals hier und vor zwei Jahren beim Tag der Offenen Tür im Landtag“, sagte Hans-Jürgen Müller. „Nun wollen wir mal sehen, was sich verändert hat und vielleicht kommen wir ja auch mit einem Abgeordneten ins Gespräch.“ Das Ehepaar wollte sich dann auch die nahe gelegene Baustelle zum Wiederaufbau des Garnisonkirchen-Turms anschauen. „Es ist enorm, wie sich Potsdam verändert hat“, sagte Müller mit einem Blick auf den Alten Markt.

Als 700 000. Besucher seit der Eröffnung des Landtags 2014 begrüßte Stark am Vormittag Manuela und Jörn Branzke, die mit ihren sechs und neun Jahre alten Söhnen aus Werder/Havel angereist waren. Das Ehepaar gehört zu den Rückkehrern: Sie waren aus der Lausitz für zehn Jahre in die Schweiz gegangen und leben nun wieder in Brandenburg.

„Dass wir heute am Tag der Offenen Tür die 700 000. Besucher begrüßen konnten, zeigt die Anziehungskraft des Landtages in diesem Gebäude und bestätigt uns in der Philosophie, ein offenes Haus zu sein“, sagte Stark. „Hier wird nicht residiert, sondern diskutiert, wir sind kein Denkmal, sondern ein transparentes Parlament.“

Die Bürger konnten etwa den Plenarsaal, das Studio des rbb und in den Fluren die Jahresausstellung mit Druckgrafiken besichtigen. Landesimker Holger Ackermann, der seit 2017 zwei Bienenvölker auf dem Dach der Staatskanzlei betreut, berichtete über die geplante Ansiedlung von Bienenschwärmen auf dem Dach nahe des Fortunaportals in diesem Frühjahr, die im Herbst den ersten „Parlamentshonig“ liefern sollen.

Klaus Peters

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