Landratswahlen für jeden dritten Märker

Spannend wird, ob die AfD erstmals in Brandenburg einen Landrat stellt

svz.de von
16. April 2018, 05:00 Uhr

Eineinhalb Jahre vor der Wahl des neuen Landtags in Brandenburg im Herbst 2019 richten sich die Blicke auf die Landratswahlen am kommenden Sonntag. In sechs der 14 Landkreise sind die Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Damit können rund 30 Prozent der Wahlberechtigten im Land ihr Votum abgeben. Das Ergebnis gilt als wichtiger Stimmungstest - auch wenn bei Landratswahlen regionale Themen dominieren und die Wahlbeteiligung oft schwach ist. Bislang regieren in den Kreisen drei CDU-Kandidaten und drei SPD-Mitglieder.

Überregional wird mit Spannung vor allem das Abschneiden der AfD erwartet - hatten die Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl im Land doch gut 20 Prozent der Zweitstimmen erzielt und waren nach der CDU zur zweitstärksten Kraft geworden. Doch bei den Landratswahlen werden viele Bürger kein Kreuz bei der AfD machen können - sie hat nur in vier der sechs Kreise einen Kandidaten aufgestellt. Das Problem sei, geeignete Freiwillige zu finden, meinte ein Sprecher. Bereits bei der Oberbürgermeisterwahl in Brandenburg an der Havel hatte die AfD keinen Kandidaten gefunden, in Frankfurt (Oder) schied der AfD-Mann im ersten Wahlgang aus.

Die AfD hat in Südbrandenburg ihre Hochburgen und in den drei dortigen Kreisen Kandidaten aufgestellt. An der Grenze zu Sachsen hatte teils jeder vierte Wähler bei der Bundestagswahl für die AfD gestimmt, die in einigen Regionen stärkste Kraft wurde. Daher bleibt spannend, ob die AfD hier womöglich erstmals in Brandenburg einen Landrat stellen könnte.

Bei vielen Landratswahlen in den vergangenen Jahren scheiterten Kandidaten am Mindestquorum von 15 Prozent der Stimmen zu erhalten. Laut Statistik des Landeswahlleiters wurden bisher zwei Mal Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt, drei Mal entschied die Stichwahl. In neun Fällen aber mussten trotz Wahl und Stichwahl die Kreistage entscheiden.

Die Zusammenlegung von sechs Landratswahlen auf einen Termin durch das Potsdamer Innenministerium könnte dies ändern. Das Innenministerium erwartet durch die Bündelung der Landratswahlen eine größere Aufmerksamkeit für diese Abstimmungen und damit eine höhere Wahlbeteiligung.

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