Land will Weine prüfen lassen

Brandenburgische Winzer begrüßen Einrichtung einer Kontrollinstanz

svz.de von
01. August 2016, 17:51 Uhr

Jahrelang war der Weinanbau hierzulande nur als schräges Hobby belächelt worden. Inzwischen ist daraus ein, wenn auch mit 33 Hektar Rebfläche noch sehr kleiner, Erwerbszweig geworden. Groß genug jedenfalls, um eine Kontroll- und Prüfinstanz einzurichten.

Im Entwurf des Doppelhaushalts 2017/18 ist für das Landesamt für Verbraucherschutz und Gesundheit ein Personalaufwuchs von zwei Stellen vorgesehen. Sollte der Etat so durch das Parlament gehen, wird einer der beiden neuen Mitarbeiter die Weinprüfung als Aufgabe erhalten. Nicht als ausschließliches Arbeitsgebiet, wie Maria Strauß, Sprecherin des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz betont.

Die Überprüfung der Weine hält Manfred Lindicke, Winzer am Werderaner Wachtelberg, für dringend notwendig. Da der brandenburgische Wein auch zunehmend im Handel vertrieben wird, muss er auch kontrolliert werden. Bislang waren lediglich die Mitarbeiter der kreislichen Gesundheitsämter bei den Winzern ab und zu vor Ort, nahmen eine Flasche mit und schickten sie dann ins Labor, berichtet Lindicke.

Aber es geht für ihn und seine Kollegen um mehr. Auch um die Beratung. Die Klärung rechtlicher Fragen bei der Etikettierung beispielsweise und auch um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Nur so ließen sich Skandale wie in Sachsen in diesem Frühjahr vermeiden, ist sich Lindicke sicher. Im Anbaugebiet Meißen mussten hektoliterweise Weine in die Kläranlagen gekippt werden, weil Landwirte Trauben an Winzer geliefert hatten, die mit nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln in Kontakt geraten waren.

Der künftige Weinprüfer soll laut Maria Strauß nicht einfach von Winzer zu Winzer reisen und Proben nehmen, sondern mit den Mitarbeitern der kreislichen Gesundheitsämter eine Arbeitsgruppe gründen, um die Winzer beraten zu können. Noch gibt es nicht in allen Kreisen Weinanbau. Neben Potsdam-Mittelmark mit Werder sind vor allem Elbe-Elster mit dem Weinanbau in Schlieben und Spree-Neiße mit Rebflächen um Guben und auf ehemaligen Bergbauhalden betroffen.

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