Bildung : Land lockt Lehrer mit mehr Geld

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Gehälter an den Oberschulen sollen steigen Aktuell noch 450 offene Stellen

svz.de von
17. Mai 2017, 12:16 Uhr

Die Regierungsfraktionen von SPD und Linker haben sich gestern dafür ausgesprochen, die Eingruppierung der brandenburgischen Lehrer anzuheben. Schon zum kommenden Schuljahr sollen die Oberschullehrer nach A 12 bezahlt werden, sagte SPD-Fraktionschef Mike Bischoff. Damit würden sie auf eine Stufe mit den Gymnasiallehrern gestellt und rund 400 Euro mehr im Monat verdienen.

Die Anhebung der Grundschullehrer könnte später folgen, so Mike Bischoff. Hintergrund für die zu diesem Zeitpunkt überraschende Ankündigung sind die Probleme, Absolventen für die offenen Stellen im brandenburgischen Bildungssystem zu finden. 1100 Lehrer sollen zum Herbst neu eingestellt werden. Für 450 Stellen gibt es noch keine Zusagen. Vor allem für Oberschulen lassen sich schwer neue Lehrer finden.

Bischoff verwies darauf, dass andere Bundesländer längst mehr bezahlen als Brandenburg, auch Berlin hat die Gehälter angehoben. Die Aussicht auf Verbeamtung allein reiche nicht mehr, so der SPD-Politiker. Die Kosten belaufen sich im ersten Jahr auf rund 19 Millionen Euro.

Koalitionspartner Linke drängt darauf, dass auch die Grundschullehrer in absehbarer Zeit an die Eingruppierung der Gymnasiallehrer angeglichen werden. Schließlich unterrichtet diese Gruppe zwei Stunden pro Woche mehr, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Kathrin Dannenberg. Sie fordert in diesem Zusammenhang auch eine Entlastung der älteren Lehrkräfte. Das ist eine Grundforderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, betonte, dass es schon lange keinen Grund mehr gibt, Lehrer nach unterschiedlichen Schulformen zu bezahlen. Gerade die Pädagogen an Oberschulen hätten oft schwierige Bedingungen zu bewältigen. „Man muss nicht nur eine ,sondern gleich mehrere Schippen drauflegen, sagte er. Vor allem wenn man ausgebildete Lehrer und nicht nur Seiteneinsteiger gewinnen will. Bei den Tarifverhandlungen 2016 hatte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) der GEW bereits eine höhere Eingruppierung der Oberschullehrer angeboten. Die Gewerkschaft lehnt dies ab, da sie A 13 für alle Lehrer sowie Vorruhestandsregelungen für ältere Pädagogen durchsetzen wollte.

Ulrich Thiessen

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