Nach Europa : Kulturhauptstadt an der Oder

 Frankfurt und Slubice  wollen über die Bewerbung als Kulturhauptstadt die gemeinsame Entwicklung vorantreiben.
Frankfurt und Slubice wollen über die Bewerbung als Kulturhauptstadt die gemeinsame Entwicklung vorantreiben.

2029 soll Europa auf die Doppelstadt an der oder blicken / Unabhängig von der Bewerbung geht die Integration weiter

svz.de von
07. August 2019, 05:00 Uhr

Frankfurt (Oder) und Slubice wollen 2029 gemeinsam Kulturhauptstadt Europas werden. Das verkündeten die Rathauschefs der beiden Kommunen in Slubice. „Wir bereiten unsere Bewerbung jetzt konzeptionell vor, in drei Jahren wollen wir sie offiziell einreichen“, sagte der parteilose Bürgermeister von Slubice, Mariusz Olejniczak. Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) verwies darauf, dass sich beide Stadtparlamente bereits grundsätzlich auf das Vorhaben verständigt hätten. „Für 2029 hat Polen die nächste Chance, eine Stadt zu nominieren. Unsere Doppelstadt steht für die europäische Idee wie kaum eine andere. Sie wäre ein guter Standort für eine Europäische Kulturhauptstadt“, sagte Wilke. Unabhängig vom Ausgang werde die Initiative positive Effekte haben.    

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte den beiden Kommunen die Unterstützung des Landes zu. „Die Bewerbung ist eine ganz hervorragende Idee, die beide Städte weiter voranbringen und den Zusammenhalt in der Region stärken wird. Wir werden als Landesregierung alles tun, was uns möglich ist, damit die Bewerbung ein Erfolg wird“, betonte er. Woidke verwies in dem Zusammenhang auch auf sein Amt als Polen-Koordinator der Bundesregierung.

Der Titel Kulturhauptstadt Europas wird jährlich von der Europäischen Union vergeben, seit 2004 an mindestens zwei Städte. Ziel ist, das europäische Kulturerbe bekannter zu machen und für internationales Miteinander zu werben. Eine Jury orientiert sich bei der Vergabe an sechs Kriterien, etwa der europäischen Dimension der Bewerbung, dem künstlerischen Potenzial und der Einbindung der Gesellschaft. In diesem Jahr tragen das italienische Matera und Plowdiw in Bulgarien den Titel.

Deutschland kann für 2025 zum nächsten Mal eine Stadt nominieren. Um den Zuschlag bewerben sich acht Orte, unter anderem Zittau im Dreiländereck an der Grenze zu Polen und Tschechien. 2020 fällt hier die Entscheidung.


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