Künftig mehr mit Bus und Bahn

Verkehrsministerin Schneider stellt Mobilitätsstrategie 2030 vor

svz.de von
01. Juli 2015, 14:24 Uhr

Die Brötchen vom Bäcker lassen sich auch mit dem Fahrrad holen, der Weg zur Arbeit geht auch mit dem öffentlichen Nahverkehr. 2030 sollen mehr Brandenburger als heute statt des Autos andere Verkehrsmittel benutzen. Das ist das Ziel der „Mobilitätsstrategie 2030“, die Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) gestern in Potsdam vorstellte. „Mobilität ist eine entscheidende Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes“, sagte Schneider. Doch im Land entwickelten sich die Verkehrsströme unterschiedlich: Während es rund um Berlin wachsende Pendlerströme gebe, schrumpfe der Bedarf in anderen Regionen des Landes.

In insgesamt 14 Eckpunkten spricht sich das Ministerium deswegen für einen Vorrang des öffentlichen Nahverkehrs vor dem Individualverkehr oder einer Stärkung des Rad- und Fußverkehrs aus. „In den dünn besiedelten Regionen steht zum Beispiel infrage, welche klassischen Mobilitätsangebote in Zukunft noch gemeinwirtschaftlich tragbar sind, und ob und wie alternative Angebote ohne Verlust an Mobilität an ihre Stelle treten können“, heißt es in den Eckpunkten. „Wir müssen stärker über Rufbusse oder Bürgerbusse nachdenken“, sagte Schneider. „Der Kombibus aus der Uckermark, der sowohl Passagiere als auch kleine Frachten befördert, soll künftig in vier weiteren Landkreisen fahren.“ Busse und Bahnlinien sollen stärker aufeinander abgestimmt werden, Parallelverkehre vermieden werden.

Bis Ende 2016 soll die Mobiliätsstrategie nicht nur in Landtag und Kabinett, sondern auch in verschiedenen Beteiligungsverfahren diskutiert werden. „Wir wollen eine breite gesellschaftliche Debatte“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, die Landtagsabgeordnete Anita Tack. „Die veränderten Mobilitätsbedürfnisse der Menschen sind als gesellschaftliche Aufgabe im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge neu zu denken und nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit zu bewerten und zu beantworten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen