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Verkehr : Kritik an steigenden VBB-Fahrpreisen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Trotz sinkender Energiepreise und mehr Einnahmen schon wieder eine Erhöhung

svz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 20:22 Uhr

Der Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) hat die zum 1. Januar steigenden Preise des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) kritisiert. „Trotz sinkender Energiepreise und steigender Fahrgeldeinnahmen werden die Fahrpreise schon wieder erhöht“, sagte Stefan Kohte vom Landesverband Nordost des Verkehrsclubs gestern.

Besonders betroffen von den Erhöhungen sind die Nutzer von Einzelfahrscheinen in den drei kreisfreien Städten Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder) und Cottbus. Sie steigen von bisher 1,50 auf 1,60 Euro. In Berlin und Potsdam werden die Monatskarten teurer.

„Die Stammkunden werden wieder mal stärker belastet und die falschen Preisstrukturen weiter zementiert“, erklärte dazu Stefan Kohte. Außerdem wird aus seiner Sicht die jetzige Tariferhöhung um durchschnittlich 1,84 Prozent mit einer allgemeinen Inflation in den Jahren 2010 bis 2014 begründet, „die aber schon bei den letzten Preiserhöhungen als Argument herhalten musste“, wie Kothe argumentiert.

Tatsächlich seien in den vergangenen zwölf Monaten die Preise insgesamt um 0,1 Prozent zurückgegangen, insbesondere weil die Energiekosten um 6,7 Prozent gesunken seien.

Der Verkehrsclub-Sprecher geht zudem davon aus, dass die vom VBB registrierten steigenden Fahrgastzahlen nur auf die steigende Zahl von Touristen und Einwohnern zurückgehe, nicht aber auf eine Trendwende bei der Preispolitik. Laut Kothe müssten bei der Gestaltung der Tarife Fragen berücksichtigt werden wie: Warum sich eine Monatskarte erst nach 36 Fahrten mit der Mehrfahrtenkarte lohnt? Warum es keine weiteren Flatrates zum Beispiel für Oberschüler gibt? Und: Warum es keine günstige Familientageskarte gibt?

Verkehrsclub und VBB wiesen gestern darauf hin, dass man die Preiserhöhung noch leicht herauszögern kann, wenn man in Berlin und Potsdam noch bis zum 31. Dezember Monatskarten bis zu zwei Monate im Voraus kauft. Als „ärgerlich“ bezeichnete der Verkehrsclub Nordost dagegen, dass man Fahrscheine zum Abstempeln, die noch zum alten Tarif gekauft wurden, nur noch 14 Tage im neuen Jahr nutzen darf. Die Übergangszeiten müssten an Standards anderer Verbünde angepasst werden.

Dietrich Schröder



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