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Kriminalität macht Firmen zu schaffen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Umfrage der Brandenburger IHK: Schäden haben sich mehr als verdoppelt

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Diebstahl, Vandalismus und Einbrüche machen den Unternehmen in Brandenburg zu schaffen. Das geht aus einer Umfrage der Brandenburger Industrie- und Handelskammern (IHK) unter 1200 Firmen hervor.

„Kriminalität macht den Brandenburger Unternehmen am meisten zu schaffen“, sagt Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg und Sprecher der IHK-Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) gestern bei der Präsentation des aktuellen Kriminalitätsbarometers in Frankfurt (Oder). Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, rangiert der Umfrage zufolge noch vor der Sorge um Fachkräfte und dem Kampf gegen die Mühlen der Bürokratie.

Besonders gebeutelt: Die Unternehmen entlang der deutsch-polnischen Grenze. Die Zahl der Delikte bei Diebstahl, Vandalismus und Einbrüchen ist der Erhebung zufolge in der Grenzregion jeweils rund zehn Prozent höher als im übrigen Befragungsgebiet. „Grenzkriminalität ist immer auch abhängig von der Infrastruktur wie Brücken oder Autobahnen“, erklärt Thomas Herrschelmann, Geschäftsführer des Arbeitskreises für Unternehmenssicherheit Brandenburg (AKUS).

Im Vergleich zur vorangegangen Befragung zeichnet sich ab: Die Schäden durch Einbrüche und Hackerangriffe haben sich mehr als verdoppelt. Konkrete Schadenssummen werden in der anonymen Befragung nicht genannt.

„Der Schutz vor Straftaten bindet in Brandenburger Betrieben erhebliche finanzielle, materielle und personelle Mittel“, betont Schülke. Die befragten Unternehmen wünschen sich eine stärkere Polizeipräsenz und setzen mit ihren Antworten auch einige Fragezeichen hinter die Kriminalitätsstatistik, die alle erfassten Straftaten registriert.

Die IHK-Studie zeigt jedoch, dass immer mehr Firmen auf eine Anzeige verzichten. „Das Dunkelfeld liegt zwischen 40 und 100 Prozent“, sagt Thomas Herrschelmann und bezeichnet dies als „sehr erschreckend“. Die Gründe, Straftaten nicht der Polizei zu melden, seien nicht erfragt worden. Die Macher der Studie vermuten, dass die hohe Dunkelziffer mit steigenden Versicherungsbeiträgen oder mit der Hoffnungslosigkeit, einen Täter ermitteln zu können, zusammenhängt. Das bedeute, dass die Kriminalitätsstatistik unscharf sei. Vor zehn Tagen habe man das Ergebnis der Befragung dem Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) übergeben.

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