Land Brandenburg : Kosten für Grünflächenpflege steigen

Ein Feuerwehrmann wässert in Lehnin Bäume. Hitze und Trockenheit machen den märkischen Parks und Grünanlagen auch in diesem Jahr wieder zu schaffen.
Ein Feuerwehrmann wässert in Lehnin Bäume. Hitze und Trockenheit machen den märkischen Parks und Grünanlagen auch in diesem Jahr wieder zu schaffen.

Intensivere Bewässerung bei Trockenheit, Beseitigung von Totholz, Vandalismus und höhere Personalkosten.

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02. September 2019, 05:00 Uhr

Hitze und Trockenheit machen den märkischen Parks und Grünanlagen auch in diesem Jahr wieder zu schaffen. Vielerorts haben sich Aufwand und damit auch die Kosten für die Pflege und Bewässerung erhöht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. „Durch die Trockenheit 2018 und 2019 ist das Personal vor allem mit dem Wässern von Bäumen, Gehölzgruppen und saisonalen Bepflanzungen befasst“, sagt der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Frank Kallensee. Die Stiftung bewirtschaftet im Land rund 590 Hektar Parkanlagen.

Mehr Pflege erforderten auch die in den vergangenen Jahren restaurierten Parkpartien inklusive Nachpflanzungen, beispielsweise im östlichen Lustgarten des Parks Sanssouci. „Die Schäden durch Fehlnutzungen wie Radfahren, Lagern, Baden, Grillen, Picknicken im Neuen Garten oder im Park Babelsberg und Vandalismus nehmen deutlich zu“, sagt der Sprecher. Allein die dadurch entstehenden Kosten würden im hohen sechsstelligen Euro-Bereich liegen. Hinzu kämen Kostensteigerungen für die Beseitigung von Totholz, die zwingend erfolgen müsse, um die Verkehrssicherheit in den Parkanlagen gewährleisten zu können. Für die Bewässerung beispielsweise des Parks Sanssouci in Potsdam hat die Stiftung laut Kallensee ein kostenfrei genehmigtes Brauchwasser-Kontingent von rund 600 000 Kubikmeter pro Jahr, also von April bis Oktober. Um das einzuhalten sei ein gezieltes Wassermanagement erforderlich. „So konnten die Wasserspiele in Dürrejahren nur zeitweise oder gar nicht in Betrieb genommen werden“, bedauerte der Sprecher.

Auch auf den 255 Hektar Grün- und Parkflächen der Stadt Potsdam hat der Pflegeaufwand deutlich zugenommen, wie Stadtsprecher Markus Klier bestätigt. „Die Kosten sind marktabhängig gestiegen“, sagt er.

Hauptgründe hierfür seien der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, der Anstieg der Personalkosten und ein Überangebot an Arbeitsaufträgen am Markt. Dem steigenden Bewässerungsbedarf begegnet die Stadt mit Einsparungen. „Es werden aus finanziellen und personellen Gründen nur wenige ausgewählte Grünanlagen gewässert“, so Markus Klier.

Prioritäten setzt auch die Stadt Cottbus bei der Grünflächenpflege. „Witterungsbedingt wurden Standardpflegeleistungen wie die Rasenmahd wegen des geringen Aufwuchses zu Gunsten der Wässerung der Wechsel- und Staudenbepflanzung reduziert“, berichtet Stadtsprecher Jan Gloßmann. Allerdings könne der Wasserbedarf nicht gedeckt werden. Die Ausgaben für die dringend notwendige Wässerung von Jungbäumen hätten sich bereits verdoppelt.

Von bis zu 20 Prozent mehr Wasserverbrauch geht die Stadt Prenzlau (Uckermark) für dieses Jahr aus. „Die langanhaltende Trockenheit macht sich auf jeden Fall bemerkbar“, sagt Stadtsprecherin Alexandra Martinot. Zur Bewässerung setze die Stadt auch Beregnungsanlagen ein.

Ebenso erfolge die Bewässerung im Stadtgebiet durch unterirdisch verlegte Leitungen. „Diese wurden im Vorfeld der Landesgartenschau 2013 gebaut und durch Wasser aus dem Unteruckersee gespeist“, erklärt die Sprecherin.

Für die Landesgartenschau (Laga) in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) sind auf dem gut 13 Hektar großen Gelände zwei Brunnen gebohrt worden, aus denen das Brauchwasser für die Pflanzen kommt. „So entstehen also nur Kosten für den Pumpbetrieb und die Wartung des Bewässerungssystems“, sagt Laga-Sprecher Matthias Bruck. Dadurch gehe man sorgsam mit der Ressource Trinkwasser um. Die großen Rasenflächen seien mit einem automatischen App-gesteuerten Bewässerungssystem ausgestattet worden. Die übrigen Flächen würden manuell bewässert.

Bei der Installation des Bewässerungssystems sei auf eine ausreichende Anzahl von Wasserentnahmestellen geachtet worden, so dass sämtliche Bereiche der Laga ohne großen Aufwand bewässert werden könnten. „Insofern gibt es keine Schwierigkeiten mit der Bewässerung“, sagt Bruck.

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