Brandenburg : Kommunen setzen auf Headhunter

In Brandenburger Kommunen kommen immer mal wieder externe Personalvermittler zum Einsatz.
In Brandenburger Kommunen kommen immer mal wieder externe Personalvermittler zum Einsatz.

Vor allem bei der Besetzung höherer Positionen greifen Verwaltungen in Brandenburg auch auf externe Personalvermittler zurück.

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13. November 2019, 05:00 Uhr

In Brandenburger Kommunen kommen immer mal wieder externe Personalvermittler, sogenannte Headhunter, zum Einsatz. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Headhunting ist schon länger ein adäquates Mittel, um Führungskräfte in hohen Leitungspositionen mit der gebotenen Diskretion und Neutralität zu gewinnen“, sagt die Sprecherin der Landeshauptstadt Potsdam, Juliane Güldner. Auch in Potsdam sei bei der Besetzung überwiegend in hohen Leitungsebenen teilweise auf externe Personalberatungen zurückgegriffen worden. „Darüber hinaus auch vereinzelt bei Schlüsselpositionen, beispielsweise im IT-Bereich“, so die Sprecherin.

Ebenso hat der Landkreis Ostprignitz-Ruppin in der Vergangenheit schon die Hilfe von Headhuntern bei der Rekrutierung von Führungskräften im höheren Dienst in Anspruch genommen. Mindestens 30 000 Euro, im Einzelfall aber auch bis zu einem Jahresgehalt bei Erfolg hat der Landkreis dabei investiert, wie es aus der Pressestelle in Neuruppin heißt. Ähnliche Investitionen gibt es auch in Potsdam. „Die Kosten sind abhängig von der jeweiligen zu besetzenden Stelle und belaufen sich auf etwa bis zu 50 000 Euro pro Stelle“, sagt Juliane Güldner.


Für Entwicklung eines Leitbildes Rat von außen

Wichtige Kriterien bei der Nutzung einer externen Personalberatung sind der Potsdamer Stadtsprecherin zufolge unter anderem das Leistungsspektrum, die Bewerberakquise und die Kommunikation mit den Bewerbern. „Darüber hinaus legen wir Wert auf ein mehrstufiges Auswahlverfahren einschließlich Potenzialanalyse“, erklärt Juliane Güldner. Außerdem sei die Stadt bemüht, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. „Auch beim Thema Organisationsuntersuchungen und für die Entwicklung eines Leitbildes werden Rat und Moderationen von außen geholt“, sagt der Sprecher von Ostprignitz-Ruppin, Alexander von Uleniecki. Das Finden von geeignetem Personal sei in diesem Fall nicht das Problem gewesen. „In Organisationsfragen sind wir mit unseren eigenen Kollegen aber an die Lastgrenze gestoßen“, erklärt der Sprecher. Beim Leitbild-Prozess habe man ausdrücklich auf eine neutrale Person gesetzt.

In der Stadt Oranienburg (Oberhavel) war es bislang noch nicht nötig, bei der Personalgewinnung einen Headhunter zurate zu ziehen, wie Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer berichtet. Das sei auch in nächster Zukunft nicht geplant. „Unser Personalamt akquiriert neue Mitarbeiter erfolgreich über eigene Stellenausschreibungen, Anzeigen in den üblichen Stellenbörsen oder der Beteiligung an Berufs- und Bildungsmessen“, sagt die Sprecherin. Lediglich bei einer umfangreichen Mitarbeiterbefragung habe man in diesem Jahr eine Personalberatungsfirma hinzugezogen, die die Stadt bei der konzeptionellen und technischen Umsetzung unterstützt habe.

Aber auch in Ostprignitz-Ruppin und Potsdam versucht die Verwaltung, Aufgaben in der Personalfindung intern zu verteilen. „Wir haben unsere Personalabteilung umgebaut und im Recruiting entsprechende Spezialisierungen vorgenommen“, sagt Alexander von Uleniecki. Ebenso werde derzeit die eigene Personalentwicklung stärker forciert. „Seit Anfang des Jahres gibt es im Personalbereich eine Arbeitsgruppe Recruiting, die seitdem sukzessive auf- und ausgebaut wird“, sagt Juliane Güldner. Dennoch werde die Stadt auch in Zukunft bei der Suche nach spezialisierten Fachkräften wie in der IT oder bei Ärzten und bei der Besetzung auf hohen Leitungsebenen auf Headhunter zurückgreifen.

Auf Zusammenarbeit mit externen Anbietern und Institutionen setzt außerdem die Stadt Cottbus. Die Suche nach geeignetem und entsprechend qualifiziertem Personal ist in der Tat schwieriger geworden„, sagt Stadtsprecher Jan Gloßmann. Das gelte vor allem für den Pflegebereich. Deshalb werde dort nun das Modellprojekt Pflege auf den Weg gebracht, an dem sich neben der Stadt und dem Carl-Thiem-Klinikum zahlreiche andere Partner daran beteiligten, gezielt Pflegekräfte im Ausland zu suchen.

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