Schönefeld und Tegel : Körperscan auf den Berliner Airports

Auf den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel gehen in den nächsten Wochen je zwei neue Sicherheitsscanner in Betrieb.
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Auf den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel gehen in den nächsten Wochen je zwei neue Sicherheitsscanner in Betrieb.

Monitore zeigen Strichmännchen. Fluggäste können Kontrolle ablehnen

svz.de von
13. Juni 2016, 05:00 Uhr

An den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel gehen in den nächsten Wochen je zwei moderne Sicherheitsscanner in Betrieb. Allerdings sollen die mit einer Duschkabine vergleichbaren Ganzkörperscanner eines amerikanischen Herstellers vorerst nur Fluggäste nach Israel und in die USA kontrollieren, wie die Bundespolizei mitteilte.

In Schönefeld ist bereits seit Mitte 2014 ein Gerät älterer Bauart für Zusatzkontrollen bei Israel-Flügen im Einsatz. Die neuen, mehr als 200 000 Euro teuren Scanner, kommen nun dazu. Die Kontrolle ist laut EU-Vorschriften freiwillig. Verweigert ein Fluggast den Körperscan, wird er per Hand nach verdächtigen Gegenständen abgetastet.

Wegen der erwarteten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER hatte die Bundespolizei lange auf die Anschaffung von Körperscannern in Tegel verzichtet. Weil der Termin für die Flughafen-Eröffnung immer wieder wackelt, schaffte die Bundespolizei nun doch die ersten modernen Geräte an. Sie sollen noch im Juli den regulären Betrieb aufnehmen. Die neuen Körperscanner sind etwas kleiner als ihre Vorgänger und arbeiten laut Experten zuverlässiger. Im Unterschied zu den bisher eingesetzten Metalldetektoren können sie auch Flüssigkeiten und Pulver erkennen. Sie sind bereits an mehreren deutschen Flughäfen installiert, wie in Frankfurt/Main, Köln-Bonn, Stuttgart, Hamburg, München und Düsseldorf.

Bei früheren Sicherheitsgeräten gab es gelegentlich Fehlarme, etwa wenn der Scanner Schweißpartikel am Körper ausmachte. Das soll nun der Vergangenheit angehören. Allerdings muss der Fluggast noch immer beide Arme bei der Kontrolle hochheben. Längst tauchen auf den Monitoren der Scanner keine Körperbilder mehr auf, sondern Strichmännchen. Wird auf dem Bildschirm etwas Verdächtiges angezeigt, wird per Hand nachkontrolliert.

Am Flughafen Hannover-Langenhagen ist bereits ein Gerät eines deutscher Herstellers im Probebetrieb, bei dem sich der Fluggast zwischen zwei Wände stellt und die Arme seitlich ausstreckt. So können auch Rollstuhlfahrer die Kontrollen mühelos passieren. Bislang ist offen, wann diese Körperscanner der neuesten Generation auf deutschen Flughäfen zum Einsatz kommen.

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