Wiesenau/Lieberoser heide : Knapp 500 Kameraden bei Großbränden im Einsatz

Die Kameraden sind rund um die Uhr im Einsatz.
Die Kameraden sind rund um die Uhr im Einsatz.

Bundespolizei stockt mit weiterem Hubschrauber Hilfe in der Lieberoser Heide und im Kreis Oder-Spree auf.

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28. Juni 2019, 05:00 Uhr

Im Kampf gegen zwei Großbrände in Brandenburg weitet die Bundespolizei ihre Hilfe aus. Ein zusätzlicher Hubschrauber mit 2000 Liter Fassungsvermögen für Löschwasser wurde für ein Feuer in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus geordert. Ein anderer großer Hubschrauber wurde von dort zu einem Brand zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt geschickt. Das berichteten Bundespolizeipräsident Dieter Romann und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) gestern bei einem Besuch in Lieberose. Ein kleiner Hubschrauber der Bundespolizei mit 600 Liter Fassungsvermögen blieb in der Lieberoser Heide.

Der Brand dort war unter Kontrolle, der an der Oder stabil. Die Flächen sind in beiden Fällen mit Munition belastet, was die Löschung erschwert. „Wir haben zum ersten mal zwei Großlagen“, sagte Schröter. „Ich bin außerordentlich dankbar, dass wir mit der Bundespolizei einen zuverlässigen Partner haben.“ Der Bundespolizeihubschrauber habe kurze Wege vom Betanken zum Löschen, das schaffe kein Bundeswehrhubschrauber. Das Land schaffe es nicht, eine eigene Hubschrauberstaffel aufzubauen.

Der Bundespolizeipräsident machte deutlich, dass seine Hilfe an Kapazitätsgrenzen stößt. „Das machen unsere Kräfte gerne“, sagte Romann. Er betonte aber: „Wir kommen immer häufiger bei der Waldbrandbekämpfung in Konflikt mit den polizeilichen Aufgaben.“

Der Waldbrand zwischen Wiesenau und Ziltendorf im Kreis Oder-Spree weitete sich nicht mehr aus. „In Ziltendorf sieht die Lage stabil aus“, sagte der Innenminister, nachdem er sich ein Bild der Lage vor Ort gemacht hatte. „Es gibt ausreichend Tanklöschfahrzeuge. Beim Abdrehen haben wir allerdings gesehen, dass durch die aufkommenden Winde Glutherde wieder angefacht werden.“ Am Mittwochnachmittag waren vorsichtshalber rund 20 Anwohner aus mehreren Wohnhäusern in Sicherheit gebracht worden. Sie konnten am späten Abend wieder in ihre Häuser. 160 Feuerwehrkräfte waren laut Innenministerium im Einsatz. Der Brand betraf eine Fläche von rund 120 Hektar. Ein Feuerwehrmann aus Eisenhüttenstadt wurde nach Angaben der Stadt beim Löschen verletzt und kam mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Die alte Bundesstraße 112 blieb in Wiesenau und Ziltendorf noch gesperrt. Die Bahnstrecke zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) war ebenfalls abgeriegelt – die Sperrung sollte bis voraussichtlich Samstag dauern. Die Deutsche Bahn setzte Busse ein.

In der Lieberoser Heide standen rund 100 Hektar in Flammen. Nach Angaben des Innenministers kämpfen dort über 300 Einsatzkräfte gegen das Feuer. 15 Hektar kampfmittelbelastetes Gebiet wurden nach seinen Angaben schon freigeräumt: 2,5 Tonnen Munition und Schrott wurden gefunden.

Die Waldbrandgefahr bleibt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in den kommenden Tagen sehr hoch für mehrere Teile Brandenburgs.

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