Positive Aussichten für märkische Bauern : Kleinere Anbaufläche für Getreide

Auf einem Gerstenfeld der Röderland GmbH startete gestern in Bönitz die Getreideernte.
Auf einem Gerstenfeld der Röderland GmbH startete gestern in Bönitz die Getreideernte.

Offizieller Erntestart: Landesbauernverband rechnet mit rund 2,45 Millionen Tonnen auf 487 000 Hektar

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28. Juni 2017, 05:00 Uhr

Die Mähdrescher werden in diesem Jahr wohl weniger Getreide von Brandenburgs Feldern holen als 2016. Grund ist eine kleinere Anbaufläche: Sie schrumpfte um rund 2,3 Prozent auf knapp 487 000 Hektar, wie der Landesbauernverband zum offiziellen Erntebeginn gestern mitteilte. Während die Fläche im konventionellen Getreideanbau zurückging, sei der Öko-Anbau relativ stabil geblieben. Es gebe sogar eine leichte Tendenz nach oben.

Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, sagte bezogen auf den konventionellen Landbau: „Durch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Anbaufläche wird die erwartete Menge damit rund 10,5 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr und etwa 6,4 Prozent unter dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre liegen.“ Wendorff rechnete damit, dass rund 2,45 Millionen Tonnen Getreide im konventionellen Anbau von den Feldern eingebracht werden.

Beim Öko-Anbau sind die Aussichten rein zahlenmäßig besser. Dem Verband zufolge können die ökologisch wirtschaftenden Betriebe ihre Erträge um sechs Prozent gegenüber 2016 steigern. Allerdings führt er die Verbesserung auch auf schlechte Ertragszahlen im vergangenen Jahr zurück.

Dass die Getreideanbaufläche im Land insgesamt rückläufig ist, begründet der Verband unter anderem mit schlechten Bedingungen für die Aussaat im vergangenen Herbst. Viele Landwirte hätten als Alternative Mais angebaut, weitere Flächen seien für Erbsen, Lupine und Kartoffeln genutzt worden.

Der Winterweizen hat den Roggen nach Verbandsangaben erstmals seit 1991 als anbaustärkste Kultur überholt. Er wächst auf mehr als 170 000 Hektar – das sind 2,4 Prozent mehr als 2016. Der Verband führt das auch auf neue Züchtungen für leichte Böden und eine günstige Marktsituation zurück.

Die Erzeugerpreise hätten sich erholt. Zuletzt habe sich abgezeichnet, dass die Preise für Roggen und Gerste über denen anderer Kulturen liegen. Im vergangenen Jahr hatten die Getreidebauern Einbußen hinnehmen müssen – Gründe waren Einnahmeverluste durch schlechtes Wetter, vor allem im Frühjahr, aber auch niedrige Getreidepreise; 2015 lagen sie noch etwa 15 Prozent höher im Vergleich zu 2016.

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