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Nachkommen seltener Rasse werden im Norden Brandenburgs ausgesetzt : Kleine Sumpfschildkröten in Freiheit

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Von der Europäischen Sumpfschildkröte gibt es nur noch knapp 70 erwachsene Tiere. Sie leben in der Brandenburger Natur. Zur Stärkung der Population sollen nun 20 handaufgezogene Jungschildkröten ausgewildert werden.

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erstellt am 04.Jul.2011 | 08:11 Uhr

Potsdam | Von der Europäischen Sumpfschildkröte gibt es nur noch weniger als 70 erwachsene Tiere. Sie leben alle in der Brandenburger Natur. Zur Stärkung der vom Aussterben bedrohten Population sollen 20 in der Mark aufgezogene Jungschildkröten nun ausgewildert werden. Über die Aussetzung im Norden des Landes und die Arbeit der Naturschutzstation Rhinluch informierte sich gestern Umweltministerin Anita Tack (Linke) in Linum im Ostprignitz-Ruppin-Kreis gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesumweltamtes, Matthias Freude. Den Schildkrötenbestand wertete Tack als "ein einzigartiges Kleinod" und als große Verantwortung für das Land. Die zweijährigen Nachkömmlinge der bis zu 50 Jahre alten Weibchen aus der Linumer Zuchtstation werden vermessen, gewogen, sowie markiert und gescannt. Damit könne die Entwicklung nach der Aussetzung kontrolliert werden. Neue Heimat der Schildkröten werde eine Moor- und Gewässerlandschaft. "Die Lebensräume der letzten in Deutschland einheimischen Sumpfschildkröten, deren Bauplan älter als der der Dinosaurier ist, zählen zu den urigsten und artenreichsten Naturräumen Mitteleuropas", erläutert das Ministerium. Für den Erhalt der scheuen und äußerst seltenen Sumpfschildkröten gebe es in Brandenburg ein außergewöhnliches Schutzprojekt. Ein Schwerpunkt sei die Bewahrung der Lebensräume, die auch Heimat für andere Arten sei. Ein Feind der Schildkrötenbabys ist der aus Nordamerika stammende Waschbär. Er könne den Panzer knacken, die Eiablageplätze aufzuspüren und die Gelege plündern. Naturschützer, Förster und Jäger kooperierten seit Jahren, um den Waschbärenbestand in den Schildkrötengebieten zu reduzieren. Zum Schutz der Population werden wichtige Gelegeplätze gesichert, erläutert das Landesumweltamt. Denn in Jahren mit gutem Klima gebe es Eier im Freiland. Gefährdete Gelege würden geborgen und künstlich in der Naturschutzstation Rhinluch erbrütet, erläutert das Amt. Die Ergebnisse des Schutzprogramms würden Hoffnung machen.

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