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Potsdam : Kitabetreuung nicht ausfinanziert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Linke will mehr Geld für Personal und Qualifizierung der Erzieher ausgeben

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Das gebührenfreie letzte Kitajahr soll ab Herbst 2018 in Brandenburg eingeführt werden. Darüber sind sich SPD und Linke einig. 15 Millionen Euro stehen dafür im Etat 2018. Für den kleineren Regierungspartner ist damit noch nicht alles im grünen Bereich.

In der vergangenen Woche tourten die Abgeordneten durch Kitas im Land, sprachen mit Erzieherinnen, Eltern und Kommunalpolitikern. Das Fazit ist ernüchternd. Von den 130 000 Kindergartenkindern im Land bleibt die Hälfte länger als acht Stunden in den Einrichtungen. Tendenz steigend.

Ausfinanziert ist aber nur eine durchschnittliche Betreuungszeit von sechs Stunden pro Kind. Die meisten Kitas lösen das Dilemma, indem sie größere Gruppen bilden und den vom Land verkündeten Betreuungsschlüssel nicht einhalten, sagte gestern die kitapolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Gerrit Große, in Potsdam.

Im Krippenbereich kümmert eine Erziehungskraft um fünf Kinder, ab drittem Lebensjahr soll der Betreuungsschlüssel von eins zu zwölf in zwei Schritten auf eins zu elf bis August 2018 gesenkt werden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach am Wochenende von Relationen eins zu drei und eins zu acht, ohne einen zeitlichen Rahmen zu nennen.

Für Gerrit Große ist das in dieser Legislaturperiode nicht zu stemmen. Das Land müsse sich ehrlich machen und die reale Betreuungszeit ausfinanzieren. Bis Herbst sollen mit den Kommunen Zahlen vorgelegt werden.

In den Gesprächen mit den Eltern sei die Ausbildung ein wiederkehrendes Thema gewesen. Die Hälfte der Erzieher wird in privaten Einrichtungen ausgebildet und zahlt Schulgeld. Große verwies darauf, dass Oranienburg das Schulgeld trägt wenn sich Erzieher verpflichten, drei Jahre in kommunalen Kitas zu arbeiten. Die Linke will, dass das Land das Schulgeld übernimmt. Wie viel das kostet, konnte Große nicht sagen. Auch die Freistellung der Kitaleiter müsse nachgebessert werden. Vor allem Leiter großer Einrichtungen seien mit der unzufrieden.

Auch eine SPD-Arbeitsgruppe ist mit den Kitas befasst. Anfang 2018 sollen Vorschläge für Satzungen und Kostenbeteiligung der Eltern bei der Verpflegung vorliegen.  

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