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Antidiskriminierungsstelle : Kinderfreie Hotels problematisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Unterkünfte nur für Über-16-Jährige könnten gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hält Hotelangebote mit einem Mindestalter von 16 Jahren für problematisch. Zu den kinderfreien Hotels zählt seit November ein Hotel in Bad Saarow (Oder-Spree). Es will sich so von anderen Hotels im Kurort abgrenzen und Ruhesuchende ansprechen.

Solche Regelung könnte gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen, teilte die Stelle gestern mit. Dieses schütze auch vor Benachteiligungen wegen des Alters. Laut Antidiskriminierungsstelle reichen Argumente wie ein möglicher höherer Lärmpegel nicht unbedingt aus, um pauschal allen Kindern unter einem bestimmten Alter den Hotelbesuch zu verweigern.

Angemessener wäre es, Kinder des Hotels zu verweisen, wenn sie stören. Als problematisch stuft die Stelle ein, dass wegen des Mindestalters zwangsläufig auch die Eltern der Kinder, die das Hotel als Familie besuchen wollten, benachteiligt würden.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband sieht in den Restriktionen keine Diskriminierung. Grundsätzlich sei das legal, teilte der Verband mit. Das Angebot könne als Form der Spezialisierung gesehen werden – ein Hotelier entscheide über das Konzept seines Hauses. Laut Verband zeichnet sich bei Hotelangeboten ab 16 Jahren in Deutschland kein genereller Trend ab. Vielmehr sei es so, dass sich immer mehr Hotels auf Familien ausrichteten.

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