Corona : Kinderbetreuung umgestalten

Die A 12 Richtung Richtung Polen ist leer. So könnte es bald in ganz Brandenburg aussehen.
Die A 12 Richtung Richtung Polen ist leer. So könnte es bald in ganz Brandenburg aussehen.

Brandenburger müssen sich auf viele Einschränkungen einstellen, viele Kinder können ab Mittwoch nicht zur Schule oder in die Kita

von
14. März 2020, 05:00 Uhr

Zehntausende berufstätige Eltern in Brandenburg sind von der geplanten Schließung von Schulen und Kitas wegen der Corona-Krise betroffen. Bei rund 135 000 Kindern von einem und bis 16 Jahren arbeiten beide Eltern oder das alleinerziehende Elternteil Vollzeit, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts von 2018, die die Linke im Bundestag auswertete. Bei rund 72 000 Kindern und Jugendlichen arbeitet mindestens ein Erziehungsberechtigter nicht.

Die Schulen und Kitas stellen ab Mittwoch vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April Unterricht und Betreuung in der bisherigen Form ein. Für Schüler soll freiwilliger Unterricht über das Internet angeboten werden. Die Schüler könnten aber auch schon ab diesem Montag zuhause bleiben, teilte das Bildungsministerium am Sonntag mit. Dann seien Eltern gebeten, die Schule darüber zu informieren. „Die Kinder gelten auch als entschuldigt, wenn für die Kinder keine schriftliche Entschuldigung vorliegt.“ Nicht betroffen vom Aussetzen des Unterrichts sind Förderschulen für Kinder, die schwerstmehrfach behindert sind oder einen Förderbedarf „geistige Entwicklung“ haben. Der Landeselternrat hält die Pläne für sinnvoll, sieht aber den Beginn skeptisch. „Es wäre nicht schlimm gewesen zu sagen: Wir machen zu, über das Wochenende machen wir einen Plan und am Montag steht die Sache“, so der Vorsitzende René Mertens.

Eine Notbetreuung in Kitas und Horten ist für Kinder der Eltern vorgesehen, die im Gesundheitswesen, in Behörden, bei Polizei, Feuerwehr, im Energiesektor und in der Logistik arbeiten. Ziel ist, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und den Staat handlungsfähig zu halten. In der Prignitz will der Landkreis zunächst in allen Kitas eine Notbetreuung organisieren.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erwartet, dass die Ausnahmesituation noch „eine längere Zeit“ dauern wird. Er bat die Bürger um Solidarität und Zusammenhalt.

Landesregierung, Kreise und Kommunen wollen die Weichen für die Notbetreuung rechtzeitig stellen, betonten Woidke und Vertreter der Kommunen am Samstag nach einem Treffen. Die Kommunen treffen eigene Festlegungen – auch, welche Berufe als wichtig gelten. Der Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann erwartet auch Probleme bei Fragen wie die nach wichtigen Berufen. „Es wird auch mit Sicherheit konfliktbeladen sein.“

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten im Land stieg bis Sonntagabend binnen eines eines Tages um über ein Drittel auf 84. Seiten 5 und 7

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen