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Tierstorys 2016 : Kikeriki-Streit und Rollkragenpullis

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Warum hackt ein Storch wie verrückt auf Autodächer ein? Warum löst ein Dackel einen „Sorgerechtsstreit“ aus?

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2017 | 05:00 Uhr

In einem brandenburgischen Dorf gab es einen erbitterten Streit um Hahnenschreie und in einem Tierheim wurde eine Katze mit Wärmflaschenbezügen überhäuft. Diese Tiere haben 2016 Brandenburg beschäftigt:

Ein Storch tyrannisiert ein Dorf: Mensch „Ronny“! Monatelang plagte der Storch das Dorf Glambeck (Oberhavel) und hackte was das Zeug hielt. Er attackierte dunkle Autodächer und Fensterscheiben. Übertriebenes Balzverhalten könnte das sein, vermuteten Naturschützer. Das Ganze ging soweit, dass Dorfbewohner Bettlaken vor die Fenster hängten. Dann im Herbst die befreiende Nachricht: Der Problemstorch ist weggeflogen. Was blieb? Tiefe Macken im Autolack.

Kikeriki im Freien nur noch nach Zeitplan: Hähne und Hühner auf einem Hof in Zitz (Potsdam-Mittelmark) dürfen nur noch nach einem ausgeklügelten Zeitplan raus ins Freie und nach Herzenslust Krähen und Schreien. Ein Nachbar stieß sich nämlich an der Lautstärke und zog vor Gericht.

Der Hobbyzüchter einigte sich im November mit dem Kläger. Zuvor hatte er alles mögliche versucht, um den Nachbarn zu besänftigen: Er schaffte nach eigenen Angaben sogar eine Hahnenrasse an, die angeblich leiser kräht. Half aber nicht. Jetzt müssen die Tiere zu bestimmten Uhrzeiten im Stall verschwinden.

Wie Dackel „Bonny“ zu „Lulu“ wurde und dann wieder zu „Bonny“: Ein Paar aus Bayern las vor Jahren im Urlaub in Brandenburg den entlaufenen Hund „Bonny“ an einem Straßenrand auf und nahm sich seiner an. In diesem Sommer konnten die ursprünglichen Besitzer nach vier Jahren vor Gericht die Rückgabe des Dackels erstreiten. „Bonny hat sich wieder gut bei uns eingelebt und macht jetzt ihre Ausbildung zum Jagdhund“, berichtet Besitzerin Jutta Kühl. Für Bonny bedeutet dies einen Verzicht auf all zu viele Leckerlis. „Sie hatte zuviel Speck angesetzt, aber jetzt ist sie wieder wunderbar in Form“, sagt Kühl.

Ein kratzender Kater bekommt Wärmflaschenbezüge: Der arme Kater „Schmidtchen“ leidet an einer Krankheit und muss sich ständig kratzen. Damit keine Wunden entstehen, überlegten sich die Tierheimmitarbeiter in Forst (Spree-Neiße) etwas Außergewöhnliches. Sie bastelten aus Wärmflaschenbezügen „Rollkragenpullis“ für „Schmidtchen“ als Schutzbekleidung. Das funktionierte prächtig. Weil sein Pulli-Verschleiß aber hoch war und auf die Schnelle im Sommer in Geschäften keine Wärmflaschenbezüge aufzutreiben waren, starteten die Mitarbeiter im Internet einen Aufruf. Ergebnis? Die Päckchen türmten sich und „Schmidtchen“ konnte jeden Tag in einem anderen Design eingekleidet werden. Zur Kollektion gehörten die Modelle Hellblau mit Pinguin-Motiv, bunte Querstreifen oder Rentiere auf grau-weißem Hintergrund.  
 

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