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Kinderbetreuung in Brennpunktbereichen : Kiez-Kitas im ländlichen Raum

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesregierung stellt grobe Verteilung der Brennpunktkitas in Brandenburg vor

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Landkreise Uckermark, Barnim und Märkisch-Oderland werden voraussichtlich am Meisten vom „Kiez-Kita“-Programm der rot-roten Landesregierung profitieren. In diesen Landkreisen sollen mindestens je acht Kindertagesstätten die Möglichkeit erhalten, zusätzliches pädagogisches Personal einzustellen, weil sie sich in einer sozial schwachen Region befinden.

Wie Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher gestern in Potsdam erklärte, sei die Verteilung der 102 Kiez-Kitas vor allem aufgrund des „Sozialindex“ erfolgt, den die Gesundheitsämter bei Schuleingangsuntersuchungen erheben. In diesen Index fließen Bildungsniveau der Eltern, Einkommen und eventuelle Arbeitslosigkeit ein. Daneben spielt die Zahl der Kita-Plätze im Landkreis eine Rolle. Mit anderen Worten: Die Kiez-Kitas sollen vor allem in armen und bildungsschwachen Regionen des Landes entstehen.

Laut Bildungsministerium sind die wenigsten Kiez-Kitas in den kreisfreien Städten vorgesehen: Cottbus, Potsdam, Frankfurt (Oder) und Brandenburg sollen wie der Spree-Neiße-Kreis nur mindestens vier Einrichtungen erhalten. Dabei hatte SPD-Fraktionschef Mike Bischoff noch im September 2016, als er erstmals über dieses Programm sprach, noch ausdrücklich eine Kindertagesstätte in einem Plattenbauwohngebiet in Brandenburg (Havel) als Beispiel genannt. Für die Prignitz, für Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sind fünf Kiez-Kitas vorgesehen, für Dahme-Spreewald sechs.

Drescher erläuterte auch das Landesinvestitionsprogramm Kindertagesbetreuung für die Zeit bis 2019. Es soll 20 Millionen Euro umfassen und Modernisierungen in Kindertagesstätten ermöglichen. Förderfähig sind etwa Schalldämpfung in Gruppenräumen und die Erneuerung von Sanitäranlagen. Zudem erhält das Land bis 2022 rund 32 Millionen Euro vom Bund für den bedarfsgerechten Ausbau der Kitabetreuung für unter Sechsjährige.

Der Staatssekretär äußerte sich auch zur rot-roten Plänen, ab 2018 das letzte Kitajahr beitragsfrei zu gestalten. „Wir schauen genau, wie das umgesetzt werden kann“, so Drescher. Fallzahlen müssten betrachtet, die Kosten analysiert werden. „Qualität und tiefergehende Analyse gehen vor Schnellschüssen.“

 

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