Brandenburg : Keine gezuckerte Schulmilch

Berlin und Brandenburg wollen gemeinsames Förderprogramm ändern

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11. Januar 2019, 07:41 Uhr

Schüler an Berliner und Brandenburger Schulen sollen aus Gesundheitsgründen in Zukunft keine gezuckerte Milch mehr trinken. Das gemeinsame Schulmilchprogramm beider Länder, das mit Hilfe von EU-Geld finanziert wird, soll dazu geändert werden.

Bei der nächsten Sitzung des Brandenburger Landtags Ende Januar wollen SPD, Linke und CDU dazu einen gemeinsamen Antrag einbringen, wie die SPD-Fraktion gestern mitteilte. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, im Rahmen des EU-Programms künftig nur noch Schulmilch ohne Zuckerzusatz anzubieten und die Förderregeln zügig zu ändern. „Zucker ist bereits in zu vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten“, sagte die SPD-Abgeordnete Tina Fischer. „Dies müssen wir nicht noch mit Steuergeldern unterstützen.“ Gesundes Schulessen sei ein wichtiger Punkt.

Die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz unterstützt den Vorstoß „nachdrücklich“, wie ein Sprecher sagte. „Berlin hat sich hier auch auf den Weg gemacht. Wir befinden uns derzeit dazu im engen Austausch sowohl mit der Bildungsverwaltung als auch mit den zuständigen Brandenburger Verwaltungen.“ Dank des EU-Programms können Schüler in Berlin und Brandenburg täglich verbilligt einen Viertelliter Milchgetränke kaufen.

Zuckerhaltige Packungen – nicht zuletzt Schokomilch – werden momentan mit vier Cent subventioniert, reine Milch ohne Zucker mit zehn Cent. Dafür stehen im Schuljahr 2018/2019 in Berlin rund 650 000 Euro und in Brandenburg 350 000 Euro zur Verfügung.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte beide Bundesländer für diese Praxis zuletzt scharf kritisiert. Die Subventionierung von Schoko- oder Vanillemilch widerspreche offiziellen Qualitätsstandards für Schulverpflegung und den Zielen des EU-Programms, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Derzeit wird nach Angaben der Organisation nur noch in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zuckerhaltige Milch subventioniert. Alle anderen Bundesländer hätten ihre Förderpraxis bereits geändert.

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