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Bauprojekt Brandenburg : Kein Grundstück für Grab-Pyramide

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Berliner Verein plant gigantisches Grabmal in Brandenburg. Derzeit ist es nur eine Utopie.

Eine Gruppe von Berliner Architekten und Kunstschaffenden träumt von einem gigantischen Grabmal, welches sie möglicherweise in Brandenburg errichten wollen: Eine Hunderte Meter hohe Pyramide soll dort in den Himmel wachsen. Doch die Umsetzung des Projekts, über das diese Zeitung vor einem Jahr berichtete, gestaltet sich schwierig. „Wir haben noch kein geeignetes Grundstück gefunden“, sagt Erik Niedling, Vorsitzender des Vereins „Freunde der Großen Pyramide“. „Auch für einige rechtliche Fragen haben wir noch keine Antworten.“

In dem Bauwerk, so die Pläne, sollen Menschen aus der ganzen Welt ihre letzte Ruhestätte finden, „ganz gleich welcher Herkunft, Religion oder sozialer Stellung“, so Niedling. Bislang existiert jedoch nur eine Machbarkeitsstudie. Demnach soll das Bauwerk aus farbigen Betonsteinen errichtet werden, in die jeweils Urnen eingelassen werden. 500 Euro würde diese Bestattung kosten.

Fast 1800 Interessenten haben sich über eine Webseite des Vereins registriert. Rund um das Bauwerk stellt sich der Verein eine Infrastruktur mit Hotel, Geschäften und Restaurants vor, die von Angehörigen der Verstorbenen genutzt werde.

Die Bundeskulturstiftung machte für das Projekt bereits eine kleine Förderung locker. Dort sieht man das Vorhaben jedoch als radikales Experiment. Niedling verweist denn auch auf Bücher, Filme und Ausstellungen, die über das Grabmalprojekt entstanden sind. Ein weiteres Buch soll bald erscheinen. „In die theoretischen Abhandlungen ist viel Energie geflossen, aber wir wollen die praktische Umsetzung nicht aus den Augen verlieren“, sagt er. Zumal ein konkreter Standort in der Nähe von Dessau schon gefunden war: Doch gegen die Pyramide regte sich Protest von Anwohnern. Die Kommunalpolitiker stimmten letztlich gegen das Vorhaben.

An Grundstücken mangelt es nicht. Kürzlich ist Niedling nach Angermünde (Uckermark) gefahren, um Ackerland zu besichtigen, das ein pensionierter Steuerberater angeboten hatte. „Der war begeistert und hatte selbst schon kleine Pyramidenmodelle gebastelt“, berichtet der aus Erfurt stammende Künstler. Jedoch gehört die Fläche zu einer Eigentümergemeinschaft, die sich nicht einigen konnte, ob das Mammutprojekt dorthin passt. Zudem meldeten sich mehrere Immobilienmakler – mit kaum bezahlbaren Offerten.


Bestattung nicht überall möglich


Schon die Finanzierung bildet eine große Hürde. Dazu kommt das Bestattungsgesetz. „Auf einem Ackerland kann man nicht einfach einen Friedhof errichten“, so Niedling. Auch der Schutz von Boden und Landschaft würde in ein Planungsverfahren einfließen. „Vor allem aber muss ein politischer Wille erkennbar sein.“

Daher glaubt Niedling nicht an einen raschen Baubeginn. „Das wird zu einer Lebensaufgabe“, meint er. Die Resonanz ebbt aber nicht ab: Inzwischen diskutieren auch Verschwörungstheoretiker über das Bauwerk, das für viele eine Utopie darstellt.  

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