Lärmschutz in Brandenburg : Kein Fahrverbot für Lkw

Belastend: Vielerorts in Brandenburg wehren sich Anwohner gegen zunehmenden Lkw-Verkehr
Belastend: Vielerorts in Brandenburg wehren sich Anwohner gegen zunehmenden Lkw-Verkehr

Radarkontrollen sollen Betroffene vor Lärm schützen. Anwohner enttäuscht

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16. November 2017, 05:00 Uhr

Nach einem Gerichtsurteil vom Dezember 2016 hatten sich die Anwohner in Klein Oßnig (Spree-Neiße) Hoffnung gemacht, dass der Lastkraftverkehr aus ihrem Ort verbannt wird. Jeden Tag rollen rund 12 000 Autos durch den kleinen Ort an der B169 in der Nähe von Cottbus – darunter weit mehr als 1000 Lkw. Seit Jahren fordern die Anrainer vom Landkreis als zuständiger Straßenverkehrsbehörde, ein Durchfahrtsverbot für Laster über zwölf Tonnen. Das Verwaltungsgericht Cottbus hatte zuletzt einer klagenden Anwohnerin recht gegeben. Die Entscheidung hatte für einiges Aufsehen gesorgt; hätte sie doch im Land Brandenburg erstmals dazu führen können, dass störender Lastkraftverkehr durch besonders betroffene Orte nicht mehr rollen darf. Doch daraus wird vorerst nichts. Das Gericht hatte Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) verpflichtet, erneut über den Antrag der Anwohnerin auf Lärmschutz zu entscheiden. Inzwischen hat sich der Landkreis entschieden, einen Blitzer aufzustellen, damit Auto- und Brummifahrer vom Gas gehen. Der Lärmpegel solle dann um ein Dezibel pro Tag niedriger ausfallen, berichtete Landrat Altekrüger.

Bei der B169 zwischen Cottbus und Senftenberg handelt es sich um die am stärksten belastete Bundesstraße im Süden Brandenburgs. Eigentlich könnten Laster die Autobahnen 15 und 13 nutzen. Tatsächlich aber nehmen die Fahrer oft die Abkürzung über die B169, um mehr als 30 Kilometer Strecke und die Mautgebühr sparen. Dadurch hat allein der Lastkraftverkehr in Klein Oßnig laut Bundesanstalt für Straßenwesen innerhalb von fünf Jahren seit Einführung der Autobahn-Maut um knapp 74 Prozent zugenommen. Lärmmessungen haben ergeben, dass die zulässigen Werte bei Tag und vor allem nachts überschritten werden.
 

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