Schulen in Brandenburg : Kein Befehl von oben

Die Berliner SPD will keine Bundeswehr mehr an Schulen.
Die Berliner SPD will keine Bundeswehr mehr an Schulen.

Brandenburgs Schulen entscheiden selbst über Einladung von Bundeswehr

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08. April 2019, 05:00 Uhr

In Brandenburg entscheiden Schulen und Lehrkräfte selbstständig, ob sie Bundeswehroffiziere und andere Experten in den Unterricht einladen. Den Lehrkräften obliege dabei die Sorge für die gebotene Ausgewogenheit auch bei allen Veranstaltungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundeswehr, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Potsdam. „An dieser guten Praxis soll nichts geändert werden“, betonte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).

Die Berliner SPD hatte vor einigen Tagen beschlossen, dass Bundeswehroffiziere nicht mehr in Schulen eingeladen werden sollen, und damit unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Zum Einsatz von Jugendoffizieren der Bundeswehr in Brandenburgs Schulen lägen keine aktuellen Zahlen vor, hieß es im Bildungsministerium weiter. Üblicherweise würden Vertreter der Bundeswehr von Lehrkräften der Fächer Politische Bildung und Geschichte in den Unterricht eingeladen. Zielgruppe seien die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II.

Die Jugendoffiziere würden Vorträge und Diskussionen in den Schulen anbieten, hieß es. Die Arbeit unterliege dem sogenannten Beutelsbacher Konsens, der ein „Überwältigungsverbot“ zum Schutz der Jugendlichen und die kontroverse Beschäftigung mit Themen festschreibe und die Lehrkräfte gegen Indoktrination, aber nicht zu Wertneutralität verpflichte. Zu diesen Regeln hätten sich auch die Jugendoffiziere der Bundeswehr verpflichtet.

Darüber hinaus böten die Jugendoffiziere das Planspiel POL&IS (Politik & internationale Sicherheit) an, ein von der Bundeswehr durchgeführtes, interaktives Planspiel, das politische, ökonomische und ökologische Aspekte der internationalen Politik berücksichtige, hieß es weiter. In dem Spiel werde in vereinfachter Weise der politische, wirtschaftliche und militärische Aufbau der Welt nachgestellt. Die Simulation werde von Jugendoffizieren der Bundeswehr betreut und vor allem mit Jugendlichen unter der Aufsicht von Lehrkräften angewandt.

Schulische Veranstaltungen mit Vertretern der Politik, der Bundeswehr und der Wirtschaft unterlägen zudem dem Werbeverbot, betonte das Ministerium weiter.

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