Sabine blieb gnädig : Kaum große Sturmschäden

Meist verursachte Sturmtief „Sabine“ nur umgestürzte Bäume wie in Schönwalde (Havelland).
Meist verursachte Sturmtief „Sabine“ nur umgestürzte Bäume wie in Schönwalde (Havelland).

Orkantief „Sabine“ sorgte in Brandenburg für Zugausfälle und einige Einsätze bei Polizei und Feuerwehr

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11. Februar 2020, 05:00 Uhr

Das Orkantief „Sabine“ hat in Brandenburg weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Die meisten Feuerwehreinsätze wurden in der Nacht zum Montag von umgestürzten Bäumen, Ästen auf Straßen und umgefallenen Telefonmasten ausgelöst. Verletzte gab es keine. Im Fernverkehr der Bahn und zum Teil auch auf Regionalbahnstrecken war jedoch Geduld gefragt.

In der Nordhälfte Brandenburgs, wo der stärkste Sturm erwartet worden war, musste die Feuerwehr überwiegend wegen umgekippter Bäume und herabgefallener Äste ausrücken.

Der Sturm stellte auch das Stromnetz vor Herausforderungen. Aus Sorge vor zu viel Strom aus Windkraft hatten die Stadtwerke Potsdam am Sonntag am Heizkraftwerk-Süd einen Kraftwerksblock runtergefahren. Aufgrund der Wetterlage sei mit großen Mengen Überschussstrom aus Windkraft zu rechnen. Da wolle man nicht noch mehr produzieren, sagte ein Sprecher gestern.

Wegen des hohen Lastaufkommens im Netz mussten im Korridor des Sturms im Land zudem viele Windanlagen abgestellt werden, so ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Wegen des Sturmtiefs hatte die Deutsche Bahn den Fernverkehr am Sonntagabend eingestellt. Von Montagvormittag an sollte er im Laufe des Tages wieder aufgenommen werden.

Im Regionalverkehr fielen am frühen Morgen Züge aus. Betroffen waren in Berlin-Brandenburg laut Bahn die Strecken Wittenberge - Berlin-Gesundbrunnen, Potsdam-Michendorf, Kremmen-Hennigsdorf und Cottbus-Leipzig. Die Bahn teilte mit, im Rahmen von Erkundungsfahrten würden Schäden gesichtet und erforderliche Reparaturarbeiten organisiert. Erst dann würden die Strecken sukzessive wieder freigegeben. Es sei absehbar, das es den ganzen Tag über zu Störungen kommen werde.

Auch beim Bahnkonkurrenten Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) musste mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden. 55 Meldungen zu Störungen seien erfasst, sagte Odeg-Sprecherin Dietmute Graf am Montagmorgen. Das Unternehmen informiere aktuell auf seiner Homepage.

In Brandenburgs Wäldern und Parks hat „Sabine“ in der Nacht zum Montag deutlich weniger Verwüstung angerichtet als ursprünglich erwartet. „Wir haben rund 1,1 Millionen Hektar Waldfläche im Land, vereinzelt umgefallene Bäume sind da ein sehr geringer Schaden“, sagte Carsten Leßner, Referatsleiter Wald- und Forstwirtschaft im Umweltministerium. Dennoch warne er noch vor Waldspaziergängen, da abgebrochene Äste noch aus den Baumkronen fallen könnten.

Der Park Sanssouci war gestern bereits wieder geöffnet. Dort nahmen zwei Bäume Schaden, die Bereiche seien abgesperrt, sagte der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Frank Kallensee. Der Schlosspark Oranienburg blieb geschlossen.

Vorbei ist der Sturm noch nicht. Bis zum Dienstag 18 Uhr warnte der Deutsche Wetterdienst vor Sturmböen mit Windstärke 8 und 9, in besonderen Lagen sogar mit schweren Sturmböen bis Windstärke 10 und Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern.

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