Brandenburgs Wälder : Kaum Glück für Pilzsammler

Die aktuellen Regenfälle reichen für das Pilzwachstum nicht aus.
Die aktuellen Regenfälle reichen für das Pilzwachstum nicht aus.

Brandenburgs Wälder sind immer noch extrem trocken – keine guten Bedingungen für Pilze

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10. September 2019, 05:00 Uhr

Für Pilzsammler in Brandenburg hat sich der Gang in den Wald nach Einschätzung eines Experten in diesem Jahr noch nicht gelohnt. Den Pilzen war es zu trocken, wie der Vorsitzende des Brandenburgischen Landesverbandes der Pilzsachverständigen, Wolfgang Bivour, erklärte. „Es sollte feucht sein, dann könnte es noch was werden.“ Er sei verhalten optimistisch, dass Ende September noch ein paar Steinpilze oder Pfifferlinge aus dem Boden sprießen, sagte Bivour.

Dafür reichten die aktuellen Regenfälle aber nicht aus, die sofort wieder verdunsteten. Pilze bräuchten dauerhafte Feuchtigkeit, wie es im Herbst durch Tau und Nebel oft der Fall sei. 2018 war seinen Angaben zufolge auch nicht „berauschend“ für Pilzsammler. Im Oktober habe es „ein bisschen was“ gegeben, aber doch verhältnismäßig wenig. In manchen Waldstücken hätten Sammler Anfang November jedoch noch einige Maronen-Röhrlinge finden können.

Beim Giftnotruf der Berliner Charité gingen trotz des schlechten Pilzjahres bereits durchschnittlich viele Notrufe wegen vermeintlicher Pilzvergiftungen ein. Von April bis Ende August waren es 226, im Vorjahreszeitraum gut 100 weniger.

Im Superpilzjahr 2017 gab es deutlich mehr Anrufe, wie die Leiterin des Giftnotrufs, Daniela Acquarone, erklärte. Knapp ein Drittel der Anrufe stammen dabei aus Berlin und Brandenburg, die anderen aus dem restlichen Bundesgebiet.

Auch der Landesverband der Pilzsachverständigen bietet Pilzberatung an. Oft melden sich Eltern, wenn ihre Kinder im Park vielleicht einen unbekannten Pilz gegessen haben könnten, wie Bivour sagte. Die Experten seines Verbands könnten dann oft zumindest ausschließen, dass es sich um einen Giftpilz handelt. Etwa 15 Anrufe habe er in diesem Jahr schon bekommen mehr als sonst. Der Verband sucht nach weiteren Fachkundigen, die solche kostenlosen Pilzberatungen anbieten, auch in Sprechstunden oder auf Wochenmärkten.

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