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Feiern als Kulturerbe? : Karneval trifft auf Politik

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgische Vereine wollen Anerkennung als immaterielles Kulturerbe

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2017 | 08:51 Uhr

Die Narren in Berlin und Brandenburg rücken näher an die Bundespolitik. Erstmals fand gestern der parlamentarische Abend des Bundes Deutscher Karneval (BDK) in Berlin statt. Dort soll das Brauchtum vor Landes- und Bundespolitikern vorgestellt werden. Besonders die Karnevalisten aus der Bundeshauptstadt und der Mark wollen sich an dem Abend präsentieren, darunter der Karnevalsverein aus Lenzen.

„Wir haben den kürzesten Anfahrtsweg“, sagte der Präsident des Karnevalverbands Berlin-Brandenburg (KVBB), Walter Kassin. Kassin ist auch BDK-Präsidiumsbeisitzer. Am parlamentarischen Abend in der Vertretung des Saarlandes beim Bund würden etwa Kanzleramtschef Peter Altmaier und Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn (SPD) erwartet. „Wir Karnevalisten wollen so mit unserem Anliegen näher an die Politik heranrücken“, erklärte Kassin.

Ihr Ziel sei weiterhin die Anerkennung des gesamtdeutschen Karnevals als immaterielles Kulturerbe. Der Vorschlag war Ende des vergangenen Jahres nicht von der deutschen Unesco-Kommission in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden. „Bevor ein zweiter Anlauf gestartet wird, wollen wir die Politiker zunächst davon überzeugen, dass Karneval, Fasching und Fastnacht mehr als nur Feiern und Saufen sind“, sagte Kassin.

Der rheinische Karneval mit seinen Hochburgen Köln, Aachen und Düsseldorf ist seit März 2015 in der Kulturerbe-Liste. Die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht war bereits 2014 aufgenommen worden.

Eine Anerkennung als Kulturerbe würde das Engagement der vielen Ehrenamtlichen im Karneval, auch in Berlin und Brandenburg, würdigen, sagte Kassin. Dort und besonders in der Mark sei das Brauchtum vielfältiger als so mancher denke. „Im Spreewald wird auch Fastnacht gefeiert, in der Prignitz gibt es Fasching ohne Büttenreden.“ In der Landespolitik Brandenburgs erführen die Narren schon lange breite Anerkennung und Unterstützung. Allein im Bund müsse man nun nachlegen – wenn es geht, jedes Jahr in Berlin.

Dass der diesjährige Abend in der Vertretung des Saarlandes stattfindet, hängt mit dem Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess, zusammen. „Der ist Saarländer“, sagte Kassin. Er sei genau der richtige Mann an der Spitze. „Für Klaus-Ludwig Fess sind die Hochburgen des Karnevals nämlich dort, wo Karneval gefeiert wird“, sagte er. Also auch in Berlin und Brandenburg.

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