Kämpferisch ins neue Amt

svz.de von
02. August 2010, 01:57 Uhr

Neuruppin | Brandenburgs mit 34 Jahren jüngster Landrat, Ralf Reinhardt, wird heute in Neuruppin im Kreis Ostprignitz-Ruppin seinen ersten Arbeitstag im neuen Amt verbringen. "Das junge Alter sehe ich nicht als Hinderungsgrund, warum ich meine neue Aufgabe als Kreisverwaltungschef nicht sehr gut ausfüllen sollte", sagte der Parteilose. Als er 2006 mit 30 Jahren zu Brandenburgs jüngstem hauptamtlichem Bürgermeister in Wusterhausen/Dosse gewählt wurde, sei er ebenfalls unbekümmert und mit breiten Schultern ins neue Amt gegangen.

Das sei nicht immer einfach gewesen, gab Reinhardt zu. Klar habe es in dieser Zeit Negativpunkte gegeben, wie die Ankündigung des Bundes, dass die Außenstelle des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit (FLI) in Wusterhausen geschlossen werden sollte. "Doch wer aufgibt, hat verloren", meinte Reinhardt. Erst sollte die FLI-Außenstelle 2006 zugemacht werden, dann 2008. Jetzt heißt es 2013. "Es lohnt sich tatsächlich zu kämpfen", betonte Reinhardt. Die 70 FLI-Mitarbeiter seien durch die Bank weg hoch spezialisiert. "Ob Vogelgrippe, Schweinepest oder Blauzungenkrankheit: Die Wusterhausener sind gefragt. Das hat ganz klar die Schließung hinausgeschoben. Jetzt müssen wir Überzeugungsarbeit beim Bund leisten", betonte der 34-Jährige.

Das Motto "Niemals aufgeben" solle auch das Motto seiner Amtszeit als Landrat werden, so Reinhardt. Als größte Herausforderung sieht er in Ostprignitz-Ruppin den demografischen Wandel. "Wir müssen um die Ressource Mensch kämpfen. Hieran hängt alles, siehe den Fachkräftemangel", sagte er. Aber mit seinem Amtsantritt würde sich für ihn auch ein Kreis schließen. "Ich bin ein sehr junger Landrat, wage es, in einer von der Demografie gebeutelten Region ein nicht leichtes Amt anzutreten. Vielleicht hat das eine Signalwirkung und wir schaffen eine Wende."

Der studierte Jurist hatte sich in einer Stichwahl Ende Mai im Kreistag Ostprignitz-Ruppin unter anderen gegen den ehemaligen Vize-Landrat Egmont Hamelow (CDU) durchgesetzt. Zuvor waren zwei Direktwahlversuche gescheitert.

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