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Brandenburg : Jagdverband will Wolf an den Kragen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Tiere im Land erwarten derzeit Nachwuchs

svz.de von
erstellt am 10.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Brandenburgs Jäger befürchten, dass ungewollte Begegnungen mit Wölfen bald schon zunehmen könnten. Hintergrund ist, dass die Wölfe im Land derzeit Nachwuchs erwarten. Im vergangenen Jahr bestätigte das Landesumweltamt die Geburt von 49 Welpen. Mit Prognosen für dieses Jahr hält man sich dort zurück. „Das wäre Kaffeesatzleserei“, erklärt Mitarbeiter Jens Teubner.

Der Landesjagdverband (LJVB) schlägt hingegen Alarm. „Wer eins und eins zusammenzählen kann, ahnt, dass Begegnungen mit Wölfen zunehmen werden, wobei niemand ausschließen kann, dass es zu Missverständnissen kommt, die eine direkte Konfrontation zur Folge haben“, erklärt Präsidiumsmitglied Udo Appenzeller.

Wölfe bekommen einmal im Jahr Nachwuchs. Nach einer Tragzeit von etwa neun Wochen kommen vier bis sechs Welpen zur Welt.

Beim Landesumweltministerium geht man davon aus, dass sich derzeit zwischen 100 und 120 Tiere in Brandenburg aufhalten. „Die Populationsdynamik ist rasant – Zuwächse von jährlich 30 Prozent sind realistisch“, sagt Robert Franck, LJVB-Wolfsbeauftragter. Brandenburgs Wölfe ernähren sich meist von Rehwild, Rotwild, Damwild und Wildschweinen. Aber auch Schafe und Nutztiere im Gatter können eine leichte Beute sein. „Wenn Isegrim einmal in menschlicher Nähe Jagderfolg hatte, kommt er mit großer Wahrscheinlichkeit wieder“, sagt Franck. „Außerhalb Deutschlands reibt man sich verwundert die Augen, mit welcher Naivität bei uns zum Teil die Ausbreitung der Wölfe beklatscht wird“, so LJVB-Mitglied Appenzeller. Wegen erneuter Angriffe auf Nutztiere hat der Jagdverband seine Forderung erneuert, den Wolf aus der Liste der streng geschützten Tiere, die nicht bejagt werden dürfen, zu streichen.

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