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Pharmakonzern investiert Millionen : Jährlich sieben Milliarden Pillen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Takeda erweitert die Produktion in seinem Werk Oranienburg für rund 100 Millionen Euro. 180 neue Mitarbeiter werden benötigt.

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2016 | 04:45 Uhr

Die Ausbildungsplätze beim Pharmahersteller Takeda sind begehrt. In den vergangenen 25 Jahren lernten 340 junge Menschen ihren Beruf bei Takeda. Fast alle wurden anschließend übernommen. „In der Produktion haben wir fast alle Beschäftigten selbst rekrutiert“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Kaatz. Die Zahl der Takeda-Beschäftigten hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. Und Takeda baut die Produktion weiter aus. Dennoch hat der japanische Konzern freie Wahl. Auf einen Ausbildungsplatz kommen 20 Bewerber. „Wir haben auch gute Chancen, neue Ingenieure zu bekommen“, sagt Kaatz. Schließlich böte das Unternehmen mit seinen derzeit 750 Beschäftigten interessante Produkte und Technologien sowie Herausforderungen für die weitere Entwicklung.

Für 100 Millionen Euro werden die Produktion, Qualitätskontrolle, der Anliefer- und Verpackungsbereich sowie die Entwicklungsabteilung derzeit erweitert. Insgesamt entstehen 26 400 Quadratmeter neue Nutzfläche auf bis zu sechs Etagen. Im Sommer 2017 soll in dem bislang größten Erweiterungsbau die Produktion aufgenommen werden.

Während viele Rohbaumaßnahmen noch laufen, stehen schon zahlreiche Großmaschinen wie Wirbelschichtgranulatoren und Verpackungsmaschinen sicher eingehaust auf staubigem Beton. „Wir bauen um die Maschinen herum“, sagt Kaatz. Bis Ende März 2017 soll alles fertig sein, dann startet ein Probetrieb mit den neuen Maschinen. Allein die Zahl der Prozessanlagen wird von 16 auf 26 erhöht. Insgesamt werden 180 neue Mitarbeiter benötigt. Dabei wird der Erweiterungsbau zunächst nur zur Hälfte ausgelastet sein. Takeda bereitet den Standort damit für weiteres Wachstum vor. Gleichzeitig soll im Neubau Platz sein für heute noch unbekannte Maschinen der Zukunft, die irgendwann durchs Dach in die Produktionshalle gehievt werden können.

Bekanntlich bereitet der Konzern auf seinem Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite weiteres Wachstum vor, dort wurden drei Bombenblindgänger entschärft, mindestens drei weitere werden noch vermutet. Jährlich sieben Milliarden Pillen in 130 Millionen Verpackungen werden derzeit bei Takeda in Oranienburg hergestellt und in mehr als 100 Länder ausgeliefert. „98 Prozent unserer Produkte verlassen Deutschland“, sagt Kaatz.

Bei der Herstellung und Verpackung werden vor allem Hände gebraucht, Roboter gibt es nicht. Lediglich führerlose Transportfahrzeuge sind in den riesigen Hallen auf einer 450 Meter langen Strecke unterwegs. Die Arzneimittel werden in 1000 verschiedenen Verpackungen verkauft, die sich je nach Exportland unterscheiden. Menschen sind dabei flinker als Roboter, die für jede Verpackung neu eingestellt werden müssten, so Kaatz. Die Beschäftigten würden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, um nicht ständig die gleiche Handbewegungen wiederholen zu müssen.

Der 100 Millionen Euro teure Ausbau wird vom Land mit 23 Millionen Euro gefördert. Betriebswirtschaftlich müsse sich die Erweiterung aber auch ohne die Förderung rechnen, sagte Kaatz. Das sei eine Takeda-Regel. Die Konzernspitze mit Japan wisse die Unterstützung aus Potsdam aber zu schätzen. Der Besuch von vier Landtagsabgeordneten, Kommunalpolitikern und Landessozialministerin Diana Golze (Linke) zu einem ersten Rundgang nutzte Takeda für Werbung in eigener Sache. Der neue Standortleiter Wolfgang Eck und Günter Kloucek von der Geschäftsführung erläuterten die Bedeutung der Arzneimittelproduktion und die politischen Hemmnisse bei der Entwicklung neuer Produkte. Für die Gäste waren im Erdgeschoss ein Café und eine Tagungsfläche eingerichtet worden. Dort wurden auch die 22 neuen Azubis vorgestellt. Zuständig für die Ausbildung ist die gelernte Restaurantfachfrau Constanze Garche aus Braunschweig, seit diesem Jahr ebenfalls neu im Unternehmen. Weil die Beschäftigten bei Takeda menschliche Ressourcen sind, lautet ihre Tätigkeitsbezeichnung Human Resources Manager. Auch dieser Job war begehrt.

 

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