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Brandenburg

15. Dezember 2017 | 11:04 Uhr

Jäger fordern mehr Abschüsse

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ökologischer Verein kritisiert Landesregierung wegen hoher Tierbestände

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Der Jagdbericht des Landes sorgt für neuen Zündstoff im Dauerstreit um Abschussquoten für Wild. Der Ökologische Jagdverein Brandenburg (ÖJV) kritisiert, dass die Bestände zu hoch seien. Um Jungbäume vor Verbiss zu schützen, müsse sich die Jagd in Brandenburg ändern.

Nach Einschätzung des ÖJV offenbart der jüngste Landes-Jagdbericht „schwere handwerkliche Mängel“ aufseiten der Landesjäger. Insbesondere die Bestände an Rot,- Dam- und Rehwild seien nach wie vor zu hoch, sagt der ÖJV-Vorsitzende Mathias Graf von Schwerin. In der Folge seien zu viele Jungbäume durch sogenannten Verbiss geschädigt. „So kann der notwendige und von der Landesregierung seit Jahren geförderte Umbau der Kiefernforste hin zu gemischten Wäldern nicht gelingen“, meint von Schwerin.

Aus dem Jagdbericht 2014/2015 geht hervor, dass Brandenburgs Jäger zwar weniger Reh- und Damwild, aber deutlich mehr Rot- und Schwarzwild geschossen haben. Insgesamt wurden fast 164 000 Stück Schalenwild erlegt – zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Beim ÖJV geht man davon aus, dass die hohen Abschusszahlen kein Indiz für den Rückgang der Wildpopulationen sind, sondern vielmehr für ein Anwachsen der Bestände. Die Landesregierung werde ihrem Ziel, die Wälder für den Klimawandel zu wappnen, nicht gerecht, kritisiert ÖJV-Chef von Schwerin.

Das Land will den Waldumbau und die Verjüngung der Wälder ohne teure Wildschutzzäune vorantreiben. Stattdessen sollen die Wildbestände sehr viel stärker reguliert werden.

Der Ökologische Jagdverein kritisiert allerdings, dass „Teile des eigenen Personals im Landeswald dieses Ziel nicht umsetzen“. Mit anderen Worten: Die Landesjäger erlegen zu wenig Wild. Dadurch müsse die natürliche Verjüngung des Waldes durch Pflanzungen und Schutzzäune künstlich nachgeholt werden.

Der Landesjagdverband weist die Kritik zurück. „Wir sind europaweit mit zum Teil steigenden Schalenwildbeständen konfrontiert, die bedingt sind einerseits durch den Klimawandel und andererseits durch tiefgreifende Veränderungen in der Kulturlandschaft, für die der Mensch verantwortlich ist“, sagt Sprecher Tino Erstling. „In diesem Zusammenhang mit jagdhandwerklichem Unvermögen der Jäger zu argumentieren, spricht nicht gerade für Sachkenntnis.“

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