zur Navigation springen

Cyber-Days bei der Bundeswehr : IT-Nachwuchs gesucht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wer im Internet und Computernetzwerken zuhause ist, hat gute Chancen bei der Bundeswehr, in Storkow läuft derzeit ein IT-Camp für Jugendliche.

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Jung, dynamisch, computerversiert: Die Bundeswehr sucht händeringend nach IT-Nachwuchs. Bundesweit sind derzeit bis zu 2000 Stellen in Uniform und in Zivil frei. „Bei mir in Storkow könnte ich sofort bis zu 120 Stellen nachbesetzen“, erklärte Oberstleutnant Thorsten Niemann, Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 381, gestern. Seine Einheit versteht sich als eine Art „grüne Telekom“, sorgt für tragfähige Kommunikationsleitungen im Feld, bringt bei Auslandseinsätzen alle Truppenteile per Satellit zusammen. „Unsere Dienstleistungen sind sehr gefragt“, schildert Niemann. Von seinen 730 Spezialisten in Storkow (Landkreis Oder-Spree) sind derzeit 48 weltweit bei Bundeswehreinsätzen dabei.

Um in der Personalwerbung mit der Zeit zu gehen, haben die Storkower vor einem Jahr das IT-Camp entwickelt: Innerhalb einer Woche soll Jugendlichen ein Job in Uniform, mit Internet und Breitbandtechnik schmackhaft gemacht werden, erklärte Niemann.

Beim Testlauf vor einem Jahr waren 18 Jugendliche aus ganz Deutschland in Storkow, von denen sich dann 16 auch verpflichtet haben. „Das war eine Quote von rund 89 Prozent“, so Niemann. Auch deshalb wurde das Camp-Modell bundesweit auf vier weitere Standorte ausgeweitet. Für Oktober sind bereits die nächsten Camps geplant.

Bei der zweiten Auflage in Storkow waren auch der 16-Jährige Tobias aus Cottbus und die gleichaltrige Betty aus Görlitz dabei. Beide sind zwar keine absoluten Technik-Nerds, können sich aber eine Karriere in Grün und mit Rechner-Netzwerken vorstellen. „Hacken kann ich nicht“, erklärte Tobias. Wie er zum Beispiel ins Darknet gelangt, weiß er jedoch. Ganz hat er sich für die Bundeswehr noch nicht entschieden. Betty hingegen ist sich absolut sicher: „Die Kombi Computer und Bundeswehr ist das absolute Traumziel für mich“, sagte sie.

Oberstleutnant Niemann betonte, dass sein Bataillon keine „IT-Kämpfer“ ausbildet. „Wir suchen versierte Techniker, die sich als Meister bei uns weiterqualifizieren wollen“, betonte der 42-Jährige. Richtig sei aber auch, dass seine Truppe ab dem 1. Juli in die neugegründete Bundeswehr Cyber-Truppe CIR („Cyber- und Informationsraum“) eingegliedert werde. Im CIR sollen Kompetenzen zentral gebündelt, Hackerangriffe abgewehrt und bei Netzattacken zurückgeschlagen werden.

Bewerber mit speziellen Fähigkeiten seien für die Bundeswehr wichtig, unterstrich Niemann. Schließlich verzeichnete die Truppe im Januar und Februar mehr als 280 000 Cyber-Attacken auf Netzewerke der Truppe.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen