Terror : Islamisten im Fokus

In Brandenburg leben mehr als 70 Gefährder

svz.de von
05. Juni 2016, 22:03 Uhr

In Brandenburg leben nach Angaben des Verfassungsschutzes  mehr als 70 Islamisten. Davon seien mindestens 50 gewaltbereit, sagte Behördenchef Carlo Weber in Potsdam. Die Tendenz sei aufgrund des Flüchtlingszustroms steigend. Jedoch seien die 50 nicht mit Schläfern der Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) zu vergleichen, betonte Weber. Man gehe von einer niedrigen zweistelligen Zahl potenzieller Gefährder aus.

In der Mehrzahl handele es sich bei den rund 70 Menschen um Tschetschenen. Diese gehörten laut Weber meist dem Kaukasischen Emirat an, welches die Befreiung der Kaukasus-Region von Russland anstrebt. Problematisch sei, „dass das Emirat einen Treue-Eid auf den IS geleistet hat. Unseren Erkenntnissen zufolge betrifft das nicht nur die Anführer, sondern auch die Anhänger“, betonte Brandenburgs Verfassungsschutz-Chef.

Weber mahnte, dass Brandenburg als dünn besiedeltes Flächenland nicht Rückzugs- oder Vorbereitungsraum für Anschläge in der Hauptstadt werden dürfe. Berlin verfüge über einige islamistische Hotspots. Der märkische Verfassungsschutz müsse dem Bundesamt und den Berliner Kollegen „ein guter Partner sein, dass uns in Brandenburg da nichts aus dem Ruder läuft unter dem Motto: „Am besten man bereitet in Brandenburg vor. Die schlafen da den Schlaf der Gerechten. „ Das darf und wird nicht passieren“, sagte der 65-Jährige.

Daher sei der Verfassungsschutz sehr wachsam, kenne das Problem und gehe allen Hinweisen auch auf Flüchtlingsunterkünfte nach. „Da kommen Leute ins Visier, die laut unserer Nachrichtenlage häufigen Kontakt mit denjenigen haben, die sich islamistisch betätigen, andere Leute beispielsweise anwerben wollen“, erklärte Weber. „Ich kann persönlich nicht wachsamer sein, als ich wach bin. Aber ich hätte gern noch ein paar mehr an meiner Seite, die auch wachsam sind.“

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