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Maislabyrinth öffnet wieder : Irrungen in Storkow: Vom Verein zum Freizeitpark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In Irrlandia durchqueren Besucher Labyrinthe, erproben Rollenrutsche, Murmellaborium und Kettentreppe

Am Rande des Storkower Gewerbegebietes Neu-Boston wächst der Mais zu einem dichten grünen Dschungel heran. Mitarbeiter des Kinder- und Jugendvereins Lollypop haben verschlungene Wege, Kreuzungen und Sackgassen angelegt, damit ein echtes Labyrinth entsteht. In der Mitte steht ein hölzerner Aussichtsturm, der bei der Orientierung helfen soll. Vom 23. Juli an werden die Gäste den richtigen Weg durch das zwei Hektar große Mais-Meer im Freizeitpark Irrlandia suchen. „Wir haben seit Jahren Stammgäste, die nur deswegen nach Storkow kommen“, erzählt Lollypop-Chef Matthias Beier. Er hätte zur Jahrtausendwende nicht gedacht, was sich aus dem vom Verein erfundenen Storkower Strohfestival einmal entwickeln würde. Seit 2003 legen Beier und seine Mitstreiter jedes Jahr ein Maislabyrinth an.

Hinzu kamen immer mehr spielerische Möglichkeiten, sich vergnüglich zu verirren: ein Türen- und ein Barfußlabyrinth und auch ein unterirdisches Erdlabyrinth, durch das Besucher durch Plastikröhren kriechen müssen.

Neu in diesem Jahr ist ein hölzernes Kistenlabyrinth sowie ein Ranken-Irrgarten, garniert mit Trichtertelefonen und Zerrspiegeln.

Die acht Mitglieder des in Wendezeiten in Berlin-Friedrichshagen entstandenen gemeinnützigen Vereins Lollypop errichteten den inzwischen fünf Hektar großen „Mitmachpark“ für Kinder und Erwachsene im Grünen mit großer Picknick-Wiese und 60 fast ausschließlich hölzernen Spiel-Stationen. „Bei uns sind die Besucher zum Mitmachen aufgefordert. Sich einfach irgendwo reinsetzen und kutschieren lassen gibt es bei uns nicht“, sagt der 63-jährige Irrlandia-Chef. Beim Mini-Riesenrad etwa müssen Eltern in die Pedale treten, damit sich die Konstruktion dreht. Auch auf den großen Schiffschaukeln sollten sie ihre Sprösslinge anschubsen. „Wir probieren viel aus - auf der Grundlage einfacher Kinderspiele“, erklärt er das Rezept.

Beier erinnert sich noch gut an die schwierigen Anfänge von Irrlandia. „Als wir die Bauleitplanung machten, gab es 43 Widersprüche von Anwohnern. Die hatten offenbar Angst vor einem Freizeitpark mit Dauerbeschallung“, erzählt er schmunzelnd. Sie wurden eines Besseren belehrt, denn laute, nervende Fahrgeschäfte gibt es nicht.

„Irrlandia ist unverwechselbar, mit so viel kreativem Potential“, freut sich der städtische Tourismusmanager Andreas Gordalla. Er bezeichnet es als Glücksumstand, dass Lollypop vor Jahren von Berlin nach Ostbrandenburg wechselte. „Unser Verein hat seit seiner Gründung Kinderfeste organisiert, obwohl wir alle keine Pädagogen sind“, erzählt der gelernte Mess- und Regeltechniker Beier.

Im Sommer sei Berlin jedoch wie leergefegt gewesen. Lollypop ging daher in eine Region, in der Leute mit Kindern Urlaub machen. „Gerade für Gäste in den zahlreichen Ferienparks rings um den Scharmützelsee ist Irrlandia ein sehr originelles und inzwischen unverzichtbares Angebot“, bestätigt Birgit Kunkel, Sprecherin der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB).

Irrlandia-Wahrzeichen sind seit 2011 drei hölzerne Türme mit schiefen Spitzdächern, die an Zipfelmützen erinnern. Die bunten Bauwerke mit fünf verschiedenen Edelstahlrutschen sind schon von weitem zu sehen. Bevor es auf speziellen Matten in schneller Rutschfahrt bis zu zwölf Meter nach unten geht, müssen Besucher den Weg nach oben in den Türmen über Podeste erklimmen.

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