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Qualifizierung fördert die Karriere : Interesse an Weiterbildung sinkt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Qualifizierung entscheidet oft über den beruflichen Aufstieg - Teilnahme an den Bildungsveranstaltungen ist regional sehr verschieden

Etwa jeder neunte Brandenburger nimmt einmal pro Jahr an einer Weiterbildung teil. Mit einer Quote von 11,3 Prozent liegt Brandenburg im bundesweiten Vergleich knapp unter dem Durchschnitt von 12,3 Prozent, wie eine gestern veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung ergab. Zwischen 2012 und 2013 sank die Bereitschaft zur Weiterbildung der Brandenburger ab 25 Jahren um 0,8 Prozentpunkte. Im Bundesdurchschnitt betrug der Rückgang 0,3 Prozentpunkte. Laut Bertelsmann-Weiterbildungsatlas liegt Brandenburg im bundesweiten Ranking an zehnter Stelle. Schlechter als die Mark schneiden Berlin (10,8 Prozent), Bremen (10,5), Saarland (10,4), sowie Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt (mit je 10,4 Prozent) ab.

Jedoch gibt es große regionale Unterschiede im Land: Am stärksten ist das Interesse an der beruflichen Weiterbildung im Landkreis Elbe-Elster mit 19,1 Prozent gefolgt vom Landkreis Barnim mit 16 Prozent. Am Ende der Skala rangiert die Prignitz mit 2,9 Prozent, die damit auch Schlusslicht aller deutschen Landkreise ist.

Etwas besser schneidet der Landkreis Oderspreewald-Lausitz mit sechs Prozent ab. Sechs der 18 märkischen Landkreise liegen über dem Bundesdurchschnitt.

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Die Weiterbildungschancen sind nach Ansicht von Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger regional unterschiedlich verteilt. „Damit wird Chancengerechtigkeit bei beruflichem und sozialem Aufstieg eingeschränkt.“

Etwa ein Drittel der Unterschiede bei den Weiterbildungsquoten lässt sich der Studie zufolge durch regionale Sozial- und Wirtschaftsstrukturen erklären. Eine hohe berufliche Qualifikation der Bevölkerung und eine gute Wirtschaftslage fördern die Weiterbildung. Zwei Drittel werden durch andere Gesichtspunkte, wie die Qualität der Bildungslehrgänge beeinflusst. Der Weiterbildungsatlas hat auch untersucht, wie gut die Regionen ihre strukturellen Möglichkeiten zur Weiterbildung nutzen. Bei der Potenzialausschöpfung bleibt Brandenburg mit Blick auf die Sozialstruktur hinter den Erwartungen zurück. Die gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Punkte auf 91,7 Prozent gesunkene Potenzialausschöpfung ist das zweitschwächste Ergebnis der Flächenländer - knapp vor Nordrhein-Westfalen mit 90,9 Prozent.

Den Experten zufolge schöpfen in Brandenburg der Landkreis Prignitz mit 36 Prozent und die Stadt Potsdam mit rund 58 Prozent ihre Chancen zur Weiterbildung am wenigsten aus. Dagegen übertraf der Landkreis Barnim die Möglichkeiten, die Arbeitnehmer zu qualifizieren, mit etwa 113 Prozent und im Elbe-Elster-Kreis sogar mit 202 Prozent. Der Elbe-Elster-Kreis übertrifft damit als einziger Landkreis in Deutschland die Erwartungen um mehr als das Doppelte.

Grundlage der Bertelsmann-Untersuchung sind Zahlen des bundesweiten Mikrozensus der Jahre 2014 und 2015. Daran beteiligt war auch das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung.

 

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erstellt am 05.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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